20.08.2018

Anfrage

Was tun mit frommen Erbstücken?

Aus dem Nachlass von Eltern und Großeltern sind mehr Kreuze, Weihwassergefäße, Marien- und Heiligenfiguren übrig, als wir Kinder weiterverwenden können. Was machen wir damit, ohne die Sachen zu entweihen? U. J., Walluft

Im Umgang mit den alten Kreuzen, Rosenkränzen, Weihwassergefäßen und Heiligenbildern können Sie kaum etwas falsch machen. Die Gegenstände haben selbst keine wundersame oder sakramentale Wirkung. Es sind aber Zeugnisse für den Glauben und die Frömmigkeit der verstorbenen Eltern oder Großeltern. Der Rosenkranz mit Glasperlen aus Rom oder Lourdes ist eine schöne Erinnerung, aber kaum verkäuflich. Eine kirchliche Sammelstelle für solche Gegenstände gibt es ebenfalls nicht.

Grundsätzlich ist es eine Möglichkeiten, sich direkt an Ihr Pfarrbüro zu wenden. Die Mitarbeiter dort können Ihnen eventuell weiterhelfen. Manchmal nimmt der Ortspfarrer auch solche ausrangierten Gegenstände an und verwahrt sie oder gibt sie weiter.

Eine andere Variante ist, Kreuze oder Rosenkränze bei der Beerdigung dem Verstorbenen mit in den Sarg zu legen. Friedhöfe sind geweihte Orte: So kommen die geweihten Gegenstände in geweihte Erde.

Oder Sie sprechen mit Ihrem Pfarrer ab, ob eventuell Holzkreuze und hölzerne Rosenkränze beim kirchlichen Osterfeuer verbrannt werden können. Das mag martialisch klingen, aber der gesegnete Gegenstand würde im gesegneten Feuer verbrennen.
Es wäre ein respektvollerer Umgang, als das Kreuz auseinanderzuschrauben und in den Müll zu werfen.

Bei großen Kreuzen, Bildern, Figuren und Statuen ist allerdings Vorsicht geboten – bevor Sie so etwas entsorgen oder abgeben, sollten Sie den Rat eines Experten einholen. Denn zwar sind viele Dinge materiell nicht viel wert, aber dennoch gibt es auch in vielen Haushalten kunstgeschichtlich wertvolle Dinge, die der Laie auf den ersten Blick nicht erkennt. Gute Ansprechpartner sind die Kunstexperten in den Bistümern oder die Mitarbeiter in den Diözesanmuseen. Sie können einschätzen, ob ein Gegenstand wertvoll ist. Falls Sie ihn dann nicht selbst behalten möchten, ist es oft möglich, ihn in den Depots der Diözesanmuseen einzulagern.

Von Kerstin Ostendorf