14.09.2020

Priesterweihe im Osnabrücker Dom

Als Gemeinschaft über das Internet verbunden

Bei der Priesterweihe von Markus Hartlage und Hubertus Lutterbach wurde ein für den Anlass ungewöhnliches Evangelium gelesen. Doch das hat seinen Grund, wie Bischof Franz-Josef Bode in der Predigt erläuterte.

Hubertus Lutterbach (rechts) und Markus Hartlage spenden am Schluss der Weiheliturgie den Primizsegen. Foto: Thomas Osterfeld

Nicht der volle Dom wie sonst, nicht die festliche Chormusik, stattdessen scheint der Desinfektionsgeruch den Weihrauchgeruch zu übermächtigen, wie es Bischof Franz-Josef Bode zum Beginn der Priesterweihe im Osnabrücker Dom zum Ausdruck brachte. Am Samstag hat er Markus Hartlage und Hubertus Lutterbach zu Priestern geweiht. Unter ganz anderen Umständen, als es üblich ist. „Im Moment sehen wir bei unserem Gegenüber nur die Augen über dem Visier der Maske.“ Aber über den Live­stream im Internet sei man doch als große Gemeinschaft verbunden, so der Bischof, der daran erinnert, dass an diesem Tag vor 25 Jahren seine Ernennung zum Bischof von Osnabrück erfolgte.

In seiner Predigt ging der Bischof auf das Evangelium ein, dass für die Liturgie der Priesterweihe ausgewählt worden war: „Lasst die Kinder zu mir kommen“ – das sei sicherlich ein für den Anlass ungewöhnlicher Text.  Meist sei es bei einer Taufe zu hören. Aber genau da sei auch der Ursprung: „In der Taufe werden wir zu Kindern Gottes. Und nur aus dieser Berufung heraus lässt sich auch die Priesterweihe verstehen“, so der Bischof. 

Vor den Menschen Gottes Ebenbild zeigen

Das Priesteramt lasse sich nur aus der Berufung aller Getauften zum Volk Gottes leben. Das Kind sei dabei der Maßstab. Als Kinder schauten wir auf zu Gott, und das müsse auch die Haltung des Priesters sein. Nach der Salbung des Kopfes in der Taufe und der Salbung der Stirn in der Firmung erfolge nun die Salbung der Hände der beiden Neupriester. Diese Salbung solle sie befähigen, vor den Menschen das Ebenbild Gottes großzumachen. 

Hubertus Lutterbach stammt gebürtig aus dem Erzbistum Paderborn und ist als Professor und Institusleiter weiter an der Uni Essen-Duisburg tätig. Als Priester wird er das Team der Heilig-Kreuz-Gemeinde in Osnabrück verstärken. Markus Hartlage stammt aus Bremen und wird als Kaplan in der Pfarreiengemeinschaft Ankum/Eggermühlen/Kettenkamp eingesetzt. Primizgottesdienste feiert er am Samstag, 19. September, um 17 Uhr in St. Nikolaus in Ankum und am Sonntag, 20. September, um 10 Uhr in St. Elisabeth in Osnabrück.

Matthias Petersen