15.04.2019

Saison der Freilichtbühnen beginnt

Bühne frei!

Tierische Vorstellungen, mitreißende Klänge, Alpenkulisse und Jungenstreiche, Horrorszenarien und Kirchenklamauk, ernste und lustige Themen – mit einer bunten Mischung an Darbietungen starten die Freilichtbühnen der Region in die neue Saison.

Idyllische Kulisse von oben: In Meppen (Foto) und Oesede wird ein Familienmusical gespielt. Foto: Freilichtbühne Meppen

Noch liegen Sitzreihen und Bühnen im Winterschlaf, aber die Proben für die neue Saison laufen hinter den Kulissen bereits auf Hochtouren. Auch in unserer Region wird wieder fleißig geübt, gesungen, genäht und am Bühnenbild gebaut: Sechs Freilichtbühnen haben interessante und mitreißende Stücke im Programm. So bietet das Ensemble der Waldbühne in Kloster Oesede mit der tierisch-musikalischen Version des Kinohits „Madagascar“ und der weltweit bekannten Geschichte des „Kleinen Horrorladens“ zwei sehenswerte Stücke für lange Sommerabende.

Die Nilpferddame Gloria, die Giraffe Melmann, der Löwe Alex sowie vier Pinguine sind die Hauptdarsteller des Familienmusicals „Madagascar“, das sowohl in Oesede als auch auf der Freilichtbühne in Meppen aufgeführt wird. Wie in der Kinoversion planen die Pinguine ihren Ausbruch aus dem New Yorker Zoo und landen schließlich auf der Insel Madagaskar. Die Charaktere  versprechen ein Familienabenteuer für Kinder und Erwachsene.

Im Abendstück „Der kleine Horrorladen“ geht es um eine sprechende Pflanze, die Hunger nach Menschenfleisch hat und ihre Wurzeln immer weiter ausstreckt. Die Liebes- und Horrorgeschichte besticht mit schräger Komik und bekannten Hits, die beim Publikum bereits Kultstatus erreicht haben.

Auf der Freilichtbühne in Meppen steht neben dem Familienmusical „Madagascar“ in diesem Jahr mit „Saturday Night Fever“ der vierte große Tanzfilm auf dem Programm. Er spielt in einem Arbeiterviertel in Brooklyn, wo Tony und seine Kumpels beim nächtlichen Discobesuch  ihren tristen Alltag hinter sich lassen. Tony hofft, durch den Gewinn eines Tanzwettbewerbs in ein besseres Leben starten zu können. Neben mitreißenden Tanznummern bietet das Musical witzige Szenen und eine berührende Story, die vom Erwachsenwerden erzählt.

Bundesweit lassen sich viele Hunderttausend Besucher alljährlich durch die Aufführungen der Laiendarsteller in der freien Natur begeistern. Auch in Tecklenburg ist oft ausverkauftes Haus auf der Freilichtbühne. In diesem Jahr erwarten die Besucher dort drei Klassiker: Das Musical um die streitlustigen und beliebten Pfarrer und Bürgermeister „Don Camillo & Peppone“, das russische Filmdrama „Doktor Schiwago“ sowie das bekannte Kindermusical „Das Dschungelbuch“ lassen keine Langeweile aufkommen.

„Anatevka“ wurde bereits 2004 erfolgreich auf der Waldbühne in Ahmsen gespielt. Foto: Waldbühne Ahmsen

Eine allseits bekannte Geschichte hat auch das Team um die Waldbühne im emsländischen Ahmsen neu inszeniert. „Heidi“ ist für Judith Röser, die das Stück inszeniert hat, nicht nur „ein wohliges Gefühl“ sondern beinhaltet auch die Fragen: „Was ist Heimat für mich?“, „Wie gehe ich auf Fremde zu?“, „Machen mir Menschen, Kulturen und Andersartigkeiten Angst?“ und „Wie gehe ich damit um?“. Heidi sei heutzutage aktueller denn je und unter aller Bergromantik verberge sich auch eine große Ernsthaftigkeit, betont die Mutter dreier Kinder. Daneben werde Heidi aber auch tanzen, singen und lachen. Sie werde beim Opa Alm-Öhi in den Bergen sein, mit Fräulein Rottenmeier streiten, mit Peter Ziegen hüten und mit Klara entdecken, was wahre Freundschaft bedeute. Auch mit dem Erwachsenenstück „Anatevka“ greifen die Ahmsener ein aktuelles Thema auf und spielen die Geschichte der Juden, die 1905 ihr Heimatdorf „Anatevka“ verlassen mussten. Zum Vergleich: Die Zahl der Menschen, die vor Krieg, Konflikten und Verfolgungen fliehen müssen, war noch nie so groß wie heute.

Drei Theaterstücke gibt es 2019 auf der Freilichtbühne in Lohne. Aufgrund der großen Nachfrage bei Schauspielern wird in diesem Jahr mit „Der 35. Mai“ von Erich Kästner erstmals ein Stück nur mit Kindern gespielt. Auch in den Ressorts (Maske, Technik, Schneiderei, Bühnenbau, Bühnenmalerei) helfen sie mit und bekommen so Einblicke, wie ein Stück von Anfang bis Ende entsteht. Darüber hinaus gibt es auf der Naturbühne das Familienstück „Michel aus Lönneberga“ und als Abendvorführung die Komödie „Der nackte Wahnsinn“. Das Stück zeigt, wie Schauspieler eine Boulevardkomödie proben, die im Lauf der Zeit von gruppendynamischen Prozessen (Eifer-, Trunk- und Geltungssucht) zerrüttet wird. Wer seine Lachmuskeln trainieren will, ist hier genau richtig.

Astrid Fleute