10.06.2015

Bessere Bezahlung für Erzieher erhofft

„Deutlich überfälliges Signal"

Auf eine Aufwertung des Erzieherberufes hofft der Vorsitzende des Bundesverbandes Katholischer Fachschulen, Ludger Mehring. Der Beruf stehe auf einer Stufe mit pädagogischen Bachelorabschlüssen. Das sei seit 2012 bundesweit durch die Kultusministerkonferenz festgeschrieben und müsse sich endlich auch in der Vergütung niederschlagen.

 

Erzieherinnen haben einen anstrengenden und anspruchsvollen Job. Das verlangt Anerkennung. Foto: imago

„Ganz große Hoffnungen“ setzt Mehring, Leiter der Lingener Fachschule St. Franziskus für Sozial- und Heilpädagogik, in die laufenden Schlichtungsverhandlungen zwischen den kommunalen Arbeitgebern und der Gewerkschaft Verdi im Tarifkonflikt des Sozial- und Erziehungsdienstes. „Wir sind seit Jahren dabei, das zu diskutieren, es wäre ein deutlich überfälliges Signal.“ Bislang hätten die Arbeitgeber nicht wirklich gesehen, dass sich die Ausbildung an den Fachschulen massiv verändert habe, deutlich niveauvoller geworden sei.

„Es ist heute ein Bildungs- und kein Betreuungsberuf mehr“, so der Schulleiter. Entscheidend für die Eingruppierung müssten daher die erworbenen Kompetenzen, nicht der Ausbildungsort sein, betont der Schulleiter und fordert in einer öffentlichen Erklärung gemeinsam mit den Vertretungen der Bundesverbände der Ausbildungsstätten für Sozialpädagogik: „Fachschulische und hochschulische sozialpädagogische Ausbildungen müssen gleich bewertet werden.“

Das Argument der leeren Kassen lässt Ludger Mehring in Verhandlungen nicht gelten: „Wir haben ein so hohes Steueraufkommen wie schon lange nicht mehr. Dann muss man Mittel umschichten“, warnt er mit Blick auf die Zukunft: Schon seit Jahren pendelten sich die Anmeldezahlen an den Fachschulen auf niedrigem Niveau ein. „Noch bekommen wir die Plätze besetzt, aber die Jahrgänge werden kleiner und der Bedarf ist riesig.“

Neben einer angemessenen Bezahlung mahnt Mehring auch strukturelle Veränderungen an. So müssten auch Verfügungszeiten und das Verhältnis Erzieher-Kind in der Gruppe diskutiert werden. „Es gibt eine Menge zu tun. Das wissen die Arbeitgeber, deshalb sind sie so hartnäckig.“ Auf die Dringlichkeit dieser Investitionen verweise aber auch eine aktuelle Untersuchung, die zeige, dass gerade Erzieherinnen sich kaum Ressourcen schafften für Erholung. „Eine Folge davon wäre auf Dauer ein Burn-out. Das kann keiner wollen.“ (afl)

Die „Osnabrücker Erklärung“ der Bundesverbände zum Herunterladen finden Sie hier