14.01.2015

Bistumshaushalt steigt auf 155 Millionen Euro

„Wir sind reich an Aufgaben"

Das Bistum hat jetzt den alljährlichen Haushaltsplan vorgestellt. Dieses Jahr muss zum Finanzausgleich in die Rücklagen gegriffen werden.

 

Finanzdirektor Joachim Schnieders (l.) und Stellvertreter Gerhard
Brinkmann stellen den neuen Haushalt vor. Foto: Ulrich Waschki

„Wir sind kein reiches Bistum“, sagt Finanzdirektor Joachim Schnieders bei der Pressekonferenz zum Bistumshaushalt 2015. „Wir sind reich an Aufgaben und karitativen Einrichtungen. Deswegen steigen auch unsere Ausgaben.“ Im Vergleich zum Vorjahresplan gibt das Bistum Osnabrück dieses Jahr 7,3 Millionen Euro mehr aus. Insgesamt hat der Haushaltsplan ein Volumen von rund 154,7 Millionen Euro. Das sind eine Million Euro weniger als das Jahresergebnis 2013. Um den Haushalt ausgleichen zu können, müssen laut Schnieders rund 1,3 Millionen Euro aus den Rücklagen genommen werden.

Die 221 Kirchengemeinden des Bistums erhalten dieses Jahr mit rund 50 Millionen Euro den größten Teil der Haushaltsmittel. Das sind rund 32,5 Prozent der Gesamtausgaben, die zum Beispiel für die Gehälter des Seelsorgepersonals, Renovierungen von Kirchen und Gebäuden und die Gemeindearbeit verwendet werden. Die Zuweisungen des Bistums an die Gemeinden steigen 2015 um drei Prozent.

Einen weiteren Schwerpunkt der Ausgaben bilden die Caritas und die sozialen Dienste, die 30 Millionen Euro erhalten. Allein 17 Millionen Euro werden in diesem Bereich für die Arbeit in Kindertagesstätten verwendet.

Krankenhaus Papenburg mit siebenstelligem Betrag unterstützt

Für die insgesamt leicht steigenden Ausgaben verwies Schnieders als Begründung auf zusätzliches pastorales Personal.Denn obwohl die Zahl der Priester zurückgeht, steigt die Zahl der Seelsorger. Von 2012 bis 2014 seien 22 neue Stellen in der Seelsorge eingerichtet worden, zum Beispiel für Pastoral- und Gemeindereferenten.

Aufgrund der stabilen wirtschaftlichen Entwicklung und möglicher Tarifsteigerungen geht Schnieders für 2015 von steigenden Kirchensteuereinnahmen aus. Diese Einnahmequelle ist mit über 80 Prozent die wichtigste für das Bistum Osnabrück. 2014 konnte das Bistum einen Rekord an Kirchensteuern von 127 Millionen Euro verbuchen. Grund dafür waren aber auch Einmalzahlungen von bedeutender Höhe. Für 2014 hob Schnieders auch hervor, dass das Krankenhaus Papenburg vom Bistum mit einem siebenstelligen Betrag unterstützt wurde.

Aufgrund des demografischen Wandels und der steigenden Zahl der Kirchenaustritte sinkt die Zahl der Kirchenmitglieder. In den nächsten Jahren muss das Bistum also mit sinkenden Einnahmen rechnen. In Zukunft setzt der Finanzdirektor weiterhin auf den Sparkurs. So könne weiterhin eine hohe Qualität gewährleistet werden. „Es gibt keinen Grund, von diesem Kurs abzuweichen“, sagt Schieders. „Wir sind vorsichtig optimistisch.“ Eine Formulierung, die der Finanzdirektor auch bei der Vorstellung des Bistumshaushalts im letzten Jahr wählte. Das Bistum bleibt seiner finanzpolitischen Linie also auch 2015 treu.

Lisa Mathofer

 

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