28.12.2015

Hörgeschädigte Kinder spenden Backerlös

650 Euro für Flüchtlingskinder

Warum verlassen Menschen ihre Heimat und flüchten nach Europa? Damit beschäftigten sich die Schüler des Osnabrücker Landesbildungszentrums für Hörgeschädigte im Religionsunterricht. Spontan beschlossen sie, Geld für Flüchtlingskinder zu sammeln und starteten eine Backaktion. Der Erlös, 650 Euro, wurde dem Verein „FreiZeit für Flüchtlingskinder“ übergeben.

 

Lara Pook vom Osnabrücker Verein „FreiZeit für Flüchtlingskinder“ bedankte sich für die Spende in Höhe von 650 Euro. Ihre kleine Ansprache wurde von Lehrer Jens Dühne in die Deutsche Gebärdensprache übersetzt. Foto: Andrea Kolhoff

Die Kinder des Landesbildungszentrums backten in der Schule und zu Hause, allein oder mit ihren Eltern, Kuchen, Kekse und Muffins. Das Gebäck wurde dann in den großen Pausen verkauft. Jedes Stück Kuchen oder Tütchen mit Plätzchen kostete 50 Cent. Die Aktion ging über mehrere Wochen und endete vor den Weihnachtsferien. Insgesamt wurden etwa 1300 Stück Kuchen verkauft.

Inspirieren ließen sich die Kinder vom Thema Flucht. Damit befassten sie sich intensiv – egal, ob sie den evangelischen oder katholischen Religionsunterricht besuchen oder das Fach „Werte und Normen“ belegen. Zum Glück habe die Schule auf gut aufbereitetes Material des UNHCR (Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen) und der Fernsehsender ARD und ZDF zurückgreifen können, sagt Gemeindereferentin Meike Wenzel, die im Landesbildungszentrum katholischen Religionsunterricht erteilt und ist für schulseelsorgliche Fragen zuständig ist. Gerade für hörgeschädigte Kinder und Jugendliche, denen das Zuhören im Unterricht Mühe bereite, sei es von Vorteil, wenn anschauliches Bild- und Videomaterial zu einem Thema vorliege.

Lara Pook vom Osnabrücker Verein „FreiZeit für Flüchtlingskinder“ freute sich über das von den hörgeschädigten Schülern erwirtschaftete Geld. Da der Verein „FreiZeit für Flüchtlingskinder“ alle Aktionen aus Spenden finanziere, könnten die 650 Euro sinnvoll eingesetzt werden, sagte sie. Die ehrenamtlichen Mitarbeiter des Vereins, darunter viele Studenten, holen einmal in der Woche eine Gruppe Kinder aus der Landesaufnahmestelle in Bramsche-Hesepe zum Spielen, Basteln oder für einen Ausflug ab. Da es in der Landesaufnahmestelle keine Räume gibt, die sie nutzen können, gehen sie mit den Kindern ins Gemeindehaus der evangelischen Kirchengemeinde in Hesepe oder machen Ausflüge, zum Beispiel auf einen Bauernhof. Dafür muss allerdings ein Bus gechartert und bezahlt werden. Einmal im Monat bietet der Verein auch Aktionen in der Aufnahmestelle in Osnabrück an. (kb)