07.04.2016

Sechs Männer stellen sich in den Dienst der Kirche

Als Diakon Türen öffnen

Sechs Männer aus dem Bistum Osnabrück werden am kommenden Samstag (16. April) im Dom von Bischof Franz-Josef Bode zu Ständigen Diakonen geweiht. Der Gottesdienst beginnt um 9.30 Uhr, anschließend ist ein Empfang. Warum stellen sich die Männer in den Dienst der Kirche?

Ausbildungsleiter Stefan Sander (links) mit den zukünftigen Diakonen Michael Freitag, Thorsten Giertz, Klaus Stühlmeyer, Gregor Daul, Michael Lukas-Nülle und Johannes Buß. Die Weihe ist am 16. April. Foto: Matthias Petersen

Die sechs zukünftigen Diakone leben alle in einer Gemeinde des Bistums, wo sie in Zukunft ehrenamtlich als Diakon tätig sein werden. Das heißt, dass alle ihren zivilen Beruf auch weiterhin ausüben werden. Während der Ausbildung haben sie ein diakonales Projekt begleitet.

Johannes Buß (40), verheiratet und Vater von drei Kindern, hat auf eine Empfehlung reagiert, diesen Weg für sich zu prüfen. „Menschen, die in meinem Leben wichtig sind und denen ich vertraue, hatten mich darauf aufmerksam gemacht“, sagt er. Während der mehrjährigen Prüfungs- und Ausbildungszeit habe sich in ihm das Gefühl eingestellt, „dass Gott will, dass ich ihm und damit auch meinem Nächsten entschiedener entgegengehe“, sagt er. Buß lebt in der St.-Alexander-Gemeinde Wallenhorst und ist beruflich als Leiter der Katholischen Landvolkhochschule Oesede aktiv. Die Schule sei für viele Gäste eine Gemeinde auf Zeit, deshalb werde sich zeigen, wie sein Diakonsein den Dienst als Leiter beeinflussen werde. Während der Ausbildung initiierte er Gesprächsabende für trauernde Eltern.

Gregor Daul (53) ist im Laufe der Jahre schrittweise bewusst geworden, „dass ich mit meinem Leben sehr reich beschenkt bin“. Diesen Reichtum wolle er mit Menschen teilen, denen es schlechter geht, die in Armut, Einsamkeit oder anderer Not leiden. Die Berufung zum Diakon erlebe er als weiteres großes Geschenk Gottes. Daul stammt aus der Bremer Pfarrei St. Johann. Während der Ausbildung begleitete er die Vinzenz-Gemeinschaft der Gemeinde.

Thorsten Giertz (40) möchte der Kirche ein Gesicht geben und als „lebendiger Baustein mitwirken an den Zäsuren und Kreuzungen, die jeden Menschen im Laufe seines Lebens einholen“. Dabei wolle er auch auf die Suche nach Menschen gehen, sie begleiten und Hilfe geben, wo sie vielleicht gar keine Hilfe mehr erwarteten. Giertz, Oberschulrektor in Haselünne, ist verheiratet und stammt aus Ratingen, heute lebt er in der Meppener Propsteigemeinde St. Vitus. Während der Ausbildung hat er Patienten und Angehörige in den Frührehabilitationsstationen des Ludmillenstifts begleitet.

Michael Freitag (42) sieht seine Entscheidung, Diakon zu werden, als Ergebnis einer gewachsenen Berufung. In der St.-Sixtus-Gemeinde Werlte nahm er am religiösen Leben teil und erfuhr, wie Gott ihm im Leben weiterhalf, gerade auch in schwierigen Zeiten. Als Diakon wolle er Verbindungen schaffen vom Gottesdienst zum Dienst für den Menschen. Freitag, Controller von Beruf, ist verheiratet und Vater von zwei Kindern. Während der Ausbildung half er beim Aufbau einer Anlaufstelle für ausländische Arbeitnehmer.

Michael Lucas-Nülle (50) kehrt zu seinen Wurzeln als Krankenpfleger mit Idealvorstellungen zurück. Sein beruflicher Werdegang zum Diplom-Pflegewirt habe dazu geführt, dass der Kontakt zu kranken und sterbenden Menschen geringer geworden ist. Als Diakon wolle er ihnen wieder vermehrt begegnen. Dazu sei zwar keine Weihe nötig, das Amt des Diakons könne aber Türen öffnen. Lucas-Nülle stammt aus Hilter-Wellendorf und lebt heute in der Pfarreiengemeinschaft Bad Laer/Remsede. Während der Ausbildung begleitete er Eltern mit psychisch erkrankten Kindern.

Klaus Stühlmeyer (44) möchte als Diakon „einstehen für die innere Einheit und Zusammengehörigkeit von Gottesdienst und Nächstendienst, von Liturgie und Diakonie, vom Sakrament des Altares und dem Sakrament des Bruders und der Schwester“, sagt er. Er möchte den Dienst am Nächsten, das Gebet und die Eucharistie leben. Stühlmeyer, der in Sondermühlen lebt und in Melle als Diakon tätig sein wird, leitet eine Einrichtung für Menschen mit Autismus und geistiger Behinderung. Während der Ausbildung hat er eine Gruppe von Gemeindemitgliedern begleitet, die ehrenamtlich kranke, behinderte, alte, alleinstehende oder einsame Menschen zu Hause besuchen.

Von Matthias Petersen