11.10.2012

24. Oktober

Antonius Maria Claret y Clará

Antonius Maria Claret y Clará

Geschichte: Antonius María Claret y Clará war als Sohn eines Webers dazu bestimmt, den Beruf des Vaters zu ergreifen. Dabei erwies er sich als so geschickt und technisch begabt, dass man ihn zum technischen Direktor einer großen Weberei gemacht hätte. Aber er wollte Priester werden und wurde 1835 geweiht.

Da es in Spanien eine Priesterschwemme gab, ging Antonius nach Rom zu den Jesuiten, die ihn als Wanderprediger nach Spanien zurückschickten. Es war die Zeit des Bürgerkrieges. Trotz aller Gefahren predigte er unermüdlich und hörte stundenlang die Beichte. Er bewirkte erstaunliche Bekehrungen und besaß die Gabe, auch die geheimen Gedanken der Menschen zu verstehen. Außerdem war er der meistgelesene Autor seiner Zeit. Er gründete einen katholischen Buchclub und fand so Millionen Leser.

Antonius gilt als Missionar Katalonien. Er gründete 1849 die Bruderschaft der „Söhne des unbefleckten Herzens der Maria“, die Claretiner. Ebenso wirkte er anschließend auf den Kanarischen Inseln und dann in Kuba, wo er 1850 Erzbischof von Santiago de Cuba wurde. Dieser Bischofsstuhl war zuvor über 60 Jahre lang verwaist gewesen. Antonius gründete dort den weiblichen Zweig der Claretinerinnen, die „Lehrschwestern der reinen Maria“. Aber es gab auch Widerstand gegen sein Wirken, bei einem Attentat wurde er verletzt.

Als Antonius schon befürchtete, von Madrid aus abgesetzt zu werden, wurde er 1857 überraschend als Seelenführer der Königin Isabella II. und ihrer Tochter an den königlichen Hof gerufen. Hier gewann er großen geistigen Einfluss, 1859 wurde er auch Präsident des spanischen Königsschlosses Escorial. Er re-christianisierte den verweltlichten Königshof, konnte bei Bischofsbesetzungen seinen Einfluss geltend machen, begleitete das Königspaar auf Reisen durch das Land und verband damit Predigten und Exerzitien. So wurde er der geistliche Führer seines Volkes.

Die verschiedentlich zu findende Angabe, dass Antonius auf der Anreise zum I. Vatikanischen Konzil starb, ist so nicht richtig. Er war von April 1869 bis Juli 1870 in Rom, bei seinem Tod war das Konzil schon unterbrochen bzw. im Nachhinein beendet. Er gilt als einer der größten Heiligen des modernen Spanien.

Herkunft des Namens: „der vorne Stehende“ (lateinisch: aus dem Geschlecht der Antonier)