24.07.2013

In dieser Woche beginnen die Hundstage - die heißesten Tage des Jahres

Auf den Hund gekommen

Wenn die Sonne vom Himmel brennt, alle ein kühles Plätzchen im Schatten suchen und der Eisverkäufer jubelt – dann ist es wieder soweit: Die Hundstage sind da. Doch was haben die hochsommerlichen Tage eigentlich mit dem Haustier zu tun?

 

Auch wenn der Hund nicht der Namensgeber für die heißen Tage im Jahr ist – eine Pause im Schatten tut trotzdem gut.Foto: Heike Sieg-Hövelmann

Er zog sich gern in sein Turmzimmer zurück und bestaunte von dort aus die Natur zu allen Jahreszeiten: Abt Mauritius Knauer (1613-1664). Sonne, Regen, Hagel, Schnee – das Wetter faszinierte ihn. Und so studierte er voller Leidenschaft im oberfränkischen Zisterzienserkloster Langheim die alten arabischen und griechischen Schriften zur Wetterdeutung.

Er beobachtete jede Witterung; noch so kleinste Änderungen fielen ihm auf, und er notierte alles minutiös. Der Geistliche war davon überzeugt, dass die Planeten und die Sterne das Wetter maßgeblich bestimmen. Im Hundertjährigen Kalender spricht er von Zyklen, die sich alle sieben Jahre wiederholen.

Heute weiß man, dass dies nicht stimmt. Und dennoch gibt es Phänomene, die dem Abt recht geben. In der Metereologie heißen sie Singularitäten. Das sind Wetterlagen, die zu bestimmten Zeitabschnitten im Jahr mit hoher Wahrscheinlichkeit immer wieder auftreten. Die Hundstage vom 23. Juli bis zum 23. August sind so eine Erscheinung. Während dieser Periode liegt meist ein Hochdruckgebiet über Mitteleuropa, und es wird sehr heiß.

Allerlei Aberglaube um die Wetterperiode

Ihren Namen verdanken die Tage aber nicht dem Vierbeiner, der die Hitze hundemüde im kühlen Schatten verschläft. Die Bedeutung geht auf den Hundsstern „Sirius“ zurück, der zum Sternbild Großer Hund gehört – lateinisch Canis major.

Es ist die Zeit, in der Sirius vorm Sonnenaufgang zu sehen ist. Im alten Ägypten wurde der Hundsstern am östlichen Morgenhimmel entdeckt. Die Griechen erklärten sich die Wiederkehr des Sirius in der größten Sommerhitze durch eine Legende: Demnach sollte die Verschmelzung des Sonnenlichts mit dem „Feuer“ des Sirius Ursache der großen Hitze sein. Und arabische Astronomen bezeichneten die in flirrender Sommerhitze besonders häufig erscheinenden Fata Morganas, als „vom Himmel tropfenden Speichel des Hundssterns“.

Hierzulande rankte sich im Mittelalter allerlei Aberglaube um die Wetterperiode. Sie galt als Unglückszeit. Auch die Bauern stellten Regeln auf: „Hundstagebeginn hell und klar, zeigt ein gutes Jahr.“ Oder: „Hundstage heiß, Winter lange weiß?“ Mal sehen, ob’s stimmt.

Heike Sieg-Hövelmann