26.08.2015

Neue Jugendvesperreihe im Osnabrücker Dom / Erstmals „Nacht für Gott" geplant

Aufstehen, Aufrichten, Aufleben

Die neue Jugendvesperreihe im Osnabrücker Dom startet am 3. September. Unter dem Motto „Damit wir zu Atem kommen“ können Jugendliche die alte Liturgieform dort einmal im Monat neu erleben.

 

Texte und Lieder zu Alltagsthemen: Bei dem Abendgebet können die Jugendlichen zur Ruhe kommen.
Foto: Hermann Haamann

„Die Jugendvesperreihe startet immer mit dem neuen Schuljahr“, erklärt Jugendpfarrer Michael Franke. Jeden ersten Donnerstag im Monat kommen dann um 20 Uhr rund 100 Jugendliche in den oberen Chorrraum des Doms. „Die Jugendvesper greift das alte Stundengebet der Mönche in moderner Form auf“, sagt Franke. „In freier Reihenfolge wird zu einem bestimmten Thema gebetet, gesungen und gepredigt.“

Die Jugendvesper im Osnabrücker Dom St. Peter gibt es schon seit rund 20 Jahren. Ende der 90er Jahre hatte Bischof Franz-Josef Bode die Idee für dieses liturgische Abendgebet einer bestimmten Zielgruppe. Die neue Vesperreihe startet am Donnerstag, 3. September. Das Motto lautet „Damit wir zu Atem kommen“. „Das ist bewusst etwas abgeändert. Das ‚wir‘ verdeutlicht die Gemeinschaft. Die Jugendvesper war ohnehin schon immer eine Gelegenheit zum Aufatmen und Kraft tanken“, sagt Franke.

Verschiedene Prediger aus dem gesamten Bistum

Jeder Donnerstag der neuen Jugendvesperreihe lehnt sich an das „Jahr des Aufatmens“ des Bistums an. „Aufstehen, Aufrichten, Aufleuchten, Aufschauen, Aufräumen, Aufleben. Alle diese Begriffe haben ja auch etwas damit zu tun, zur Ruhe zu kommen und daraus neue Lebenskraft zu schöpfen“, erklärt Franke. Zu jedem dieser Themen sind verschiedene Prediger aus dem Bistum eingeladen: Der Bischof, Seelsorger, Sozialarbeiter, Theologiestudenten. Das Oberthema Aufatmen leitet die erste Vesper ein und schließt die Reihe mit dem letzten Abendgebet. Bei der ersten Vesper am 3. September predigt die emsländische Autorin Andrea Schwarz.

„Die Jugendlichen sollen vor allem mitbeten und mitsingen. Sie können auch spontan Fürbitten sprechen oder Kerzen anzünden“, sagt Jugendpfarrer Franke. Mitmachen darf jeder, wie er möchte. „Viele sind froh, wenn sie einfach kommen können, um  eine Stunde über Gott und die Welt nachzudenken – eben mal aufzuatmen.“

Nachtcafé, Workshops und stille Minuten

Im März kommenden Jahres haben die Besucher der Vesper eine besondere Gelegenheit dazu. „Dann gibt es nach dem normalen Abendgebet eine ganze Vespernacht, eine ,Nacht für Gott', die am nächsten Tag um sieben Uhr mit dem Morgenlob endet“, sagt der Jugendpfarrer. Diese Nacht kann sich dann jeder Besucher selbst frei gestalten. Wer möchte, kann im Dom still beten, singen oder sich unterhalten. Nebenan im Forum am Dom gibt es ein Nachtcafé. So sollen einzelne Gruppen den gesamten Kirchenraum ausnutzen. In der Seitenkapelle oder im Kreuzgang sind Stationen mit Workshops geplant. Dort können die Jugendlichen Musik machen, kreativ arbeiten oder in stillen Minuten einfach noch einmal in sich gehen.

„Die Idee zu einer solchen Nacht stammt von Papst Franziskus. Vor zwei Jahren hat er zu einer „Nacht für Gott“ eingeladen und die Gemeinden weltweit aufgerufen, vor Ort etwas Ähnliches zu machen“, erzählt Franke. Das Ziel der besonderen Aktion ist klar: „Die Jugendlichen sollen sich einfach eine Nacht Zeit nehmen und den Dom mal ganz anders erleben“, sagt der Jugendpfarrer.

Und noch ein Ziel hat das Jugendvesperteam. Die Vesperreihe wird von der Diözesanstelle Berufe der Kirche des Bistums veranstaltet. „Wir legen Wert darauf, dass die Prediger verschiedene pastorale Berufe ausüben. Die Jugendlichen sollen kennenlernen, wie vielfältig kirchliche Berufe sind“, sagt Michael Franke.

Infos zur Jugendvesper im Osnabrücker Dom gibt es hier.

Von Lisa Mathofer