24.10.2012

5. November

Bernhard Lichtenberg

Bernhard Lichtenberg

Geschichte: Bernhard Lichtenberg, 1899 zum Priester geweiht, war zunächst Pfarrer in Berlin-Lichtenberg, ab 1913 in Charlottenburg. Ab 1920 oder 1921 war er Abgeordneter der Zentrumspartei in der Stadtverordnetenversammlung. 1932 wurde er Dompfarrer an St. Hedwig in Berlin. Als Mitglied des Vorstands des „Friedensbundes Deutscher Katholiken“ predigte er nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten öffentlich gegen den Faschismus. 1935 überreichte er Innenminister Hermann Göring eine Anklageschrift zu den Morden im Konzentrationslager Esterwegen. Als Leiter des Bischöflichen Ordinariats gelang es ihm, mehrere Juden vor der Verfolgung zu retten, viele andere Verfolgte konnten durch Lichtenbergs Engagement ins Ausland fliehen.

1938 wurde Lichtenberg Dompropst für Berlin. Er rief in seinen Predigten zur Fürbitte für Juden und andere Häftlinge in den Konzentrationslagern auf und protestierte 1941 öffentlich gegen das Euthanasieprogramm der Nazis. Daraufhin wurde er verhaftet und 1942 zu zwei Jahren Haft verurteilt. Im Gefängnis in Berlin-Tegel wurde er schwer krank, dennoch sollte er ins Konzentrationslager Dachau überführt werden. Auf dem Weg musste er in Hof ins Krankenhaus gebracht werden, wo er völlig entkräftet starb.

Herkunft des Namens: „der Bärenstarke“ (althochdeutsch)