13.04.2012

20. Mai

Bernhardin von Siena

Bernhardin von Siena

Geschichte: Bernhardin von Siena, geboren 1380 in Massa Marittima/Italien, war Ordenspriester und einer der einflussreichsten Volksprediger des 15. Jahrhunderts. Er stammte aus dem altadeligen Haus der Albiceschi, verlor früh seine Eltern und wurde bei Verwandten in Siena erzogen. Bereits im Alter von elf Jahren studierte er an der Universität in Siena. Nach Ausbruch der Pest im Jahr 1397 brach er sein Studium allerdings ab, um als Mitglied der Marienbruderschaft Kranke zu pflegen. Nachdem er selbst von einer lebensbedrohenden Krankheit genesen war, trat er 1402 als Minderbruder in den Franziskanerorden ein und wurde zwei Jahre später zum Priester geweiht. Für zehn Jahre zog er sich in eine verlassene Einsiedelei zurück, wo er in äußerster Askese lebte. 1413 übernahm er den Pförtnerdienst im Kloster in Fiésole.

Ab 1417 zog Bernhardin als Bußprediger durch ganz Italien, verkündete auf öffentlichen Plätzen das Wort Gottes und rief die Menschen zur Umkehr auf. In Perugia hielt er 1425 eine berühmte Predigt und wird dort daher noch heute besonders verehrt. Er wirkte als Friedensstifter in italienischen Städtekriegen und wurde trotz seiner strengen Predigten schon zu Lebzeiten als Heiliger verehrt.

Sein Orden ernannte ihn 1438 zum Generalvikar, doch er legte dieses Amt schon nach kurzer Zeit wieder nieder. Auch drei ihm angebotene Bistümer lehnte er ab. Während seiner Bemühungen, das Volk vor Wucherzinsen zu schützen, gründete er ein Kreditinstitut, die „Monte di Pietà“ („Bank der Barmherzigkeit“).

Innerhalb seines Ordens war Bernhardin Mitglied der Reformbewegung der Observanten und förderte die Ausbreitung dieses Ordenszweiges. Im Jahr 1439 beim Konzil von Florenz versuchte er, die Einheit der katholischen mit der griechischen Kirche wieder herzustellen. 1444 verstarb er auf einer Missionsreise in die Abruzzen in L’Aquila. Dort liegt er noch heute in der Kirche San Bernardino begraben.

Herkunft des Namens: „der Bärenstarke“ (althochdeutsch)