18.03.2014

Soziales Forum Emsland diskutiert über Zeitarbeit, Niedriglöhne und Sonntagsschutz

Brauchen wir Arbeit um jeden Preis?

Niedriglöhne, Zeitarbeit, Werkverträge: Davon sind auch im Emsland viele Arbeitnehmer betroffen. Vertreter von Kirchen, Gewerkschaften und Politiker haben jetzt in Meppen über mögliche Lösungen diskutiert.

 

Staatssekretär Karl-Josef Laumann forderte in Meppen einen
familiengerechteren Arbeitsmarkt. Foto: privat

Brauchen wir Arbeit um jeden Preis? Diese Frage stand im Mittelpunkt der Tagung, zu der das „Soziale Forum“ eingeladen hatte. Denn trotz niedriger Arbeitslosenquote im Emsland „ist bei uns die Welt nicht überall in Ordnung“, sagte der Sprecher des Forums, Dieter Zapf. Zum Beispiel in puncto Niedriglöhne gerade im Dienstleistungsbereich: „Da gibt es einen ziemlichen Wildwuchs.“

Auch Staatssekretär Karl-Josef Laumann, Bundesvorsitzender der Christlich Sozialen Arbeitnehmerschaft, trat in Meppen deshalb für den gesetzlichen Mindestlohn ein. Überdies forderte er einen familiengerechten Arbeitsmarkt.

Dazu gehört für ihn auch der arbeitsfreie Sonntag. Die Rolle der Kirche ordnete Prälat Peter Kossen aus Vechta ein. Gott stehe auf der Seite der Kleinen und Schwachen: „Da ist die Bibel ziemlich eindeutig. Dann muss die Kirche genau dort stehen.“ Und dieser Dienst bedeutet laut Kossen nicht nur, denen zu helfen, die unter die Räder geraten sind, sondern falls nötig „auch dem Rad selbst in die Speichen zu fallen“.

Über mögliche Lösungen für die prekären Arbeitsverhältnisse sprachen die Teilnehmer der Tagung in mehreren Workshops. Dabei forderten sie unter anderem, dass besonders kirchliche, öffentlich-rechtliche, soziale und gewerkschaftliche Arbeitgeber mit gutem Beispiel vorangehen sollten – indem sie ihre Arbeitnehmer nach Tarif bezahlen. Leiharbeit müsse zeitlich begrenzt sein,  Zeitarbeiter dürften keine „Arbeiter zweiter Klasse“ sein.

Eine deutliche Position gab es auch beim Sonntagsschutz. Volks- oder Heimatfeste müssten nicht immer mit einem verkaufsoffenen Sonntag verbunden sein: „Vier verkaufsoffene Sonntage im Jahr reichen.“ Die Gäste nahmen  dabei die Kirchen in die Pflicht: Sie sollten Alternativen in der Gestaltung des Sonntags aufzeigen. (pd)
 
Das „Soziale Forum“ ist ein Gesprächskreis von Vertretern der Kirchen, Gewerkschaften, von Wohlfahrtsverbänden und sozialen Organisationen im Emsland.