07.12.2016

Anfrage

Dürfen Tiere in den Gottesdienst?

Sind Hunde in Messen und Gottesdiensten zugelassen oder nicht? R. K., Hannover

Das Kirchenrecht kennt kein ausdrückliches Verbot für Hunde oder Tiere allgemein in einer Kirche. Aber nicht alles, was nicht ausdrücklich verboten ist, ist deshalb jederzeit sinnvoll oder begründet gar einen Anspruch. Es gibt Kirchen, in denen auf Schildern der Zutritt für Tiere verweigert wird. Sie könnten auch den Gottesdienstablauf oder andere Gottesdienstbesucher stören.

Auf der anderen Seite sind etwa blinde Menschen auf ihren Führhund angewiesen – und dürfen ihn selbstverständlich zu einem Gottesdienstbesuch mitbringen. Diese Hunde sind auch speziell dressiert und werden den Gottesdienst nicht stören. Es ist also empfehlenswert, möglichst vorab den Kontakt zu suchen, um nicht sich selbst und andere – etwa die Küster oder den Pfarrer – in spontane Konfliktsituationen zu bringen.

Wie so oft ist das rücksichtsvolle Gespräch vorab hilfreich, bevor mit Ansprüchen, Verboten oder Anweisungen hantiert wird, die letztlich Rechthaberei oder Konflikte schüren können. In einem solchen Gespräch kann ja auch geklärt werden, warum jemand einen Hund in die Kirche mitbringen will – und warum es sinnvoll sein kann oder eben nicht, dies zu tun.

Es gibt auch spezielle „Tiergottesdienste“, bei denen unter anderem die besondere Beziehung von Tierhaltern mit ihren Haustieren in den Blick kommt. Diese finden oft um den Gedenktag des heiligen Franziskus (4. Oktober) statt. Der Heilige hat der Legende nach sogar mit Tieren gesprochen und zu ihnen gepredigt. Zahlreiche bildhafte und symbolisch zu verstehende Darstellungen gehen darauf ein.

Und dass Tiere grundsätzlich nichts in einer Kirche verloren hätten, dem widerspricht schon die Erfahrung des geflügelten Wortes, dass jemand „arm wie eine Kirchenmaus“ sei.

Von Michael Kinnen