07.12.2012

Bischöfe genehmigen Druck

Das neue Gotteslob kommt

In einem Jahr kommt das neue Gotteslob. Am ersten Advent 2013 soll das neue Gebet- und Gesangbuch in allen deutschen und österreichischen Diözesen sowie im Bistum Bozen-Brixen eingeführt werden. Doch der Zeitplan ist ehrgeizig.

Vor einigen Jahren wurde ein Probeexemplar des neuen Gotteslobs getestet. Foto: H. Haarmann
Vor einigen Jahren wurde ein Probeexemplar des neuen
Gotteslobs getestet. Foto: H. Haarmann

Fast ein Jahr hat es gedauert, bis der Vatikan dem neuen Gotteslob zugestimmt hat. Im Herbst vergangenen Jahres hatte der für das Gotteslob zuständige Bischof Friedhelm Hofmann (Würzburg) die Entwürfe nach Rom gebracht, weil dort alle liturgischen Texte genehmigt werden müssen. Jetzt kam das Okay aus Rom, so dass die deutschen Bischöfe Mitte November die Druckfreigabe erteilen konnten.
Damit kann das neue Gotteslob zum 1. Advent 2013, also zu Beginn des neuen Kirchenjahres, eingeführt werden. Dieser Wunschtermin der Bischöfe stand zeitweilig auf der Kippe, weil die römische Genehmigung so lange auf sich warten ließ.

Und mancher hätte es auch lieber gehabt, wenn die Einführung auf die Fastenzeit 2014 verschoben worden wäre. Denn die Zeit wird knapp: Manche Bistümer sind mit den Vorbereitungen ihres Diözesanteils schon sehr weit. Andere hatten wohl auf eine Verschiebung gehofft und haben noch viel zu tun.

„Am Ende wird es spannend“

Doch jetzt muss alles sehr zügig gehen, damit im April die Maschinen für die Produktion der Erstauflage von 3,5 bis 3,8 Millionen Bücher anlaufen können. „Am Ende kann es noch spannend werden, ob alle Bistümer rechtzeitig die Bücher bekommen“, sagt ein Projektbeteiligter. Schließlich dauert die Produktion  von der Papierbestellung bis zur Auslieferung ein ganzes Jahr: Damit das Gotteslob nicht zu dick wird, wird es auf sehr dünnem Spezialpapier gedruckt. Bis zu 3500 Tonnen davon werden benötigt. Und nur wenige Fabriken stellen dieses Papier her, so dass allein die Lieferzeit für das wichtigste Material drei bis vier Monate  beträgt.

Das neue Gotteslob ist ein Mammutprojekt: Seit 2001 wird daran gearbeitet. Aus 5000 Liedern wählte die zuständige Kommission 300 aus. Auch die Notensätze mussten teilweise überarbeitet werden. „Die Menschen heute sind nicht mehr so geübt im Singen, deswegen wurden zum Beispiel Tonhöhen verändert“, erklärt ein Kirchenmusiker.

Viele Lieder aus dem alten Gotteslob von 1975 finden sich auch im neuen. Andere, die sich nach 1975 nicht durchsetzen konnten, fallen raus. Wie bisher hat das Gotteslob einen einheitlichen Stammteil für Deutschland, Österreich und Südtirol sowie unterschiedliche Eigenteile der Bistümer. Der genaue Inhalt ist allerdings noch unter Verschluss und nur den Projektbeteiligten bekannt.

Doch schon bei einer Probeversion vor fünf Jahren wurde klar: Das Gotteslob soll zu einer Art Hausbuch katholischer Haushalte werden. Anders als bisher enthält es nicht nur Texte für gemeindliche Feiern und das persönliche Gebet, sondern beispielsweise auch Andachten für die eigenen vier Wände – etwa im Advent, am Heiligen Abend oder beim Tod eines Angehörigen.

Oosterhuis-Lieder sind drin

Das neue Gotteslob wird etwas breiter und höher sein als das alte. Und: Es enthält Lieder des niederländischen Theologen Huub Oosterhuis. In den vergangenen Monaten hatte es viele Gerüchte gegeben, dass die Lieder des ehemaligen Jesuiten und Priesters (z.B. „Herr, unser Herr, wie bist du zugegen“) auf Anweisung Roms nicht im neuen Gotteslob zu finden sein werden.

Ulrich Waschki