09.08.2016

Twistringer Pfarrei St. Anna freut sich auf neues Gemeindezentrum / Originelle Spendenaktion

Die Gemeinde baut mit

Es ist das größte Bauvorhaben seit dem Kirchenumbau vor über 20 Jahren: In mehreren Bauphasen ordnet die Twistringer Pfarrei St. Anna ihren Gebäudebestand neu und rückt auf der sogenannten „Kircheninsel“ zusammen. Zurzeit entsteht das neue Gemeindezentrum.

Das künftige Pfarrzentrum und frühere Pfarrhaus wurde entkernt. Zum Baustellengottesdienst sollen die Gerüste schon abgebaut sein. Fotos: Anja Sabel

Wer die St.-Anna-Kirche umrunden will, muss jetzt ein paar Schritte mehr in Kauf nehmen – oder auf ein Loch im Bauzaun hoffen. Das Pfarrgelände ist Baustelle, noch bis weit ins nächste Jahr hinein. Schweres Gerät versperrt den Kirchvorplatz, das frühere Pfarrhaus ist eingerüstet; und es sind sogar noch die Stützvorrichtungen für die Außenfassade zu sehen. „Das Gebäude wurde vollständig entkernt, es standen nur noch die vier Wände“, erklärt Pfarrer Arnold Kuiter. Ein Abriss wäre vermutlich kostengünstiger gewesen. „Aber es ist uns wichtig, dass wir für unser neues Gemeindezentrum die historische Hausfassade aus dem Jahr 1905 erhalten.“

Rohbauarbeiten dauerten länger als geplant

Mit Pastoralassistentin Birgit Hosselmann und Thorsten Weniger, dem Vorsitzenden des Bauausschusses im Kirchenvorstand, betritt Kuiter den Rohbau. Es geht vorwärts: Die Fassade ist gereinigt, der Dachstuhl gerichtet und der kleine Anbau für den Pfarrsaal – das frühere Wohnzimmer von Kuiters Vorgänger Reinhard Molitor – fertiggestellt. Demnächst kommen die Fenster- und Trockenbauer. Dabei hätten die Rohbauarbeiten länger gedauert als geplant, berichtet Pfarrer Kuiter.

Es musste eine neue Firma beauftragt werden – und die Kellerdecke war eingebrochen. „Auch davon gibt‘s Fotos“, sagt Birgit Hosselmann und lacht. Die Pastoralassistentin bereitet den Baustellengottesdienst an diesem Sonntag vor. Er soll im Freien stattfinden – mit Blick auf das zukünftige Gemeindezentrum. Bis dahin soll das Gerüst verschwunden sein. Mindestens.

Baustellenbesichtigung mit Thorsten Weniger vom
Kirchenvorstand, Pastoralassistentin Birgit Hosselmann und
Pfarrer Arnold Kuiter (v.l.)

Die Twistringer Pfarrei St. Anna wuppt ein großes Bauprojekt. Dahinter steckt die Idee, als Gemeinde zusammenzurücken und sich mit allen Büros, Treffpunkten und Wohnungen rund um die Kirche zu konzentrieren. Auf „einer Kircheninsel ohne Abschottungstendenzen“, wie Pfarrer Kuiter betont. Das bisherige Pfarrzentrum, einige Gehminuten entfernt, wurde an das Stephanswerk verkauft. Später sollen auf dem Grundstück barrierefreie Wohnungen entstehen.

In einem ersten Bauabschnitt wurde die Sozialstation zum Pfarrhaus mit Kaplanswohnung umgebaut. Es folgt nun das neue Gemeindezentrum. Dort ziehen auch das Pfarrbüro und das Dekanatsjugendbüro ein. „Es werden sich immer Leute begegnen, das bringt mehr Leben ins Haus“, sagt Pfarrer Kuiter. Er ist überzeugt: Die baulichen Veränderungen lohnen sich. „Sie unterstreichen auch noch einmal, wie wichtig St. Anna als zentrale Anlaufstelle im Dekanat ist.“

Spendenaktion: 30 Talentboxen im Umlauf

Über die Baufortschritte werden die Gläubigen regelmäßig informiert. Sie sollen sich damit identifizieren und das Gefühl haben: „Wir bauen mit.“ So schreiben Gemeindemitglieder im Pfarrbrief, warum sie sich auf das neue Pfarrzentrum freuen.

Das Spendenbarometer.

In der Bibel gibt es das Gleichnis von den anvertrauten Talenten. Daran orientiert sich eine Spendenaktion: Etwa 30 Talentboxen (Schuhkartons) sind zurzeit im Umlauf, ausgestattet mit jeweils zehn Euro, der Gleichnisgeschichte und einer Erklärung. Ideen, wie sich das Geld verdoppeln oder gar verdreifachen lässt, gibt es viele. Zum Beispiel lädt ein Gemeindemitglied zum Singen ein, ob beim Gartenfest, am Lagerfeuer oder zum Geburtstag. Er bietet an, mit Gitarre und Liederbuch vorbeizukommen. Sein Besuch wird verlost. Jeder, der sich anmeldet, zahlt einen Los-Preis. Die Pastoralassistentin ist beeindruckt: „Eine Box kam mit 500 Euro zurück.“

Ein Spendenbarometer in der Kirche dokumentiert, wie viel Geld bereits gesammelt wurde. Die Kosten der Baumaßnahme belaufen sich auf rund 2,4 Millionen Euro. Das Bistum steuert 1,7 Millionen Euro bei. Dennoch ist der Eigenanteil der Gemeinde hoch. „Wir würden uns auch über regelmäßige Spender freuen“, sagt Birgit Hosselmann und hat schon mal gerechnet: „Um unseren Anteil zusammenzubekommen, müssten 300 Personen fünf Jahre lang monatlich zehn Euro spenden.“

Von Anja Sabel

 

Gottesdienst auf der Baustelle

Einen Baustellengottesdienst feiert die Pfarrei St. Anna in Twistringen am Sonntag, 14. August, um 11 Uhr vor dem neuen Pfarrzentrum. Anschließend gibt es eine Baustellenbesichtigung, Gespräche, Essen, Trinken und eine Kinderbetreuung.