03.11.2015

50 Flüchtlinge pro Tag im Bramscher Krankenhaus

Ein Lächeln nach der Untersuchung

Für Röntgenaufnahmen der Lunge kommen täglich rund 50 Flüchtlinge in die Niels-Stensen-Kliniken Bramsche. Für die Untersuchung sind sie dankbar.

Jeden Tag kommen rund 50 Flüchtlinge in die Niels-Stensen-Kliniken Bramsche, wo in der Röntgenabteilung Lungenaufnahmen erstellt werden. Foto: Daniel Meier

Morgens 8 Uhr, Niels-Stensen-Kliniken Bramsche: Mit Kleinbussen aus der Erstaufnahmeeinrichtung Hesepe kommen Syrer, Albaner, Mazedonier, Afghanen, Iraker, Sudanesen sowie Flüchtlinge aus Eritrea und von der Elfenbeinküste zum Krankenhaus. Seit etwa zwei Jahren werden in der Röntgenabteilung Lungenaufnahmen von täglich rund 50 Asylsuchenden erstellt.

Nina Los ist leitende Medizinisch-Technische Radiologieassistentin (MTRA) im Bramscher Krankenhaus und verantwortlich für die Abläufe in der Radiologie. Trotz der Schwierigkeiten aufgrund der Vielfalt der Sprachen, kommen sie und ihr Team mittlerweile gut damit zu Recht. „Irgendwie geht es immer mit der Verständigung, mal mit Händen und Füßen, mal mit anderen Hilfsmitteln“, sagt sie. So haben sich die Mitarbeiter die wichtigsten Begriffe rund um die Röntgenuntersuchung in verschiedenen Sprachen notiert und geben Anweisungen in Arabisch, Syrisch, Albanisch, Kurdisch, Serbisch und Serbokroatisch.

Mit einer Aufnahme der Lunge können ansteckende Erkrankungen wie beispielweise Tuberkulose erkannt werden. Alle Flüchtlinge, die mindestens 15 Jahre alt und nicht schwanger sind, werden geröntgt. Die Röntgenbilder werden durch den leitenden Oberarzt Peter Mailänder befundet. Bei Auffälligkeiten werden dann gegebenenfalls weitere Maßnahmen initiiert.

Die Patienten sind geduldig und verständnisvoll

Nina Los schaut sich mit einer Asylsuchenden ein
Röntgenbild an. Foto: Daniel Meier

Einige Flüchtlinge seien ängstlich, sagt Nina Los, da die Kommunikation wegen der Sprachschwierigkeiten sehr eingeschränkt sei. „Man kann ihnen nicht immer vermitteln, zu welchem Zweck die Röntgenaufnahmen erforderlich sind. Andererseits fehlt auch die Zeit, uns intensiv um sie zu kümmern.“ Die Patienten seien aber sehr geduldig und verständnisvoll. So laufe alles gut ab. „Die Bestätigung erhalten wir sehr oft durch ein lächelndes „Dankeschön“ - auf Arabisch „Schukran“, berichtet die MTRA.

„In diesem Zusammenhang denke ich an Mohammed Arabi, der 27 Jahre alt ist, und aus Syrien kommt“, sagt sie: Bis zu seinem 13. Lebensjahr habe er mit seiner Familie als ältester Sohn in Zetel (nördlich von Oldenburg) gelebt und sei mit der deutschen Sprache aufgewachsen. Er habe bedauert, dass sein Vater im Jahr 2000 seinen deutschen Pass abgegeben habe und mit seiner Familie nach Syrien zurückgekehrt sei. Mohammed Arabi wäre gerne in Deutschland geblieben.

Wie viele andere machte auch er sich jetzt auf den Weg und gelangte in die Aufnahmeeinrichtung in Hesepe, wo er aufgrund seiner hervorragenden Deutschkenntnisse eine große Hilfe war. Er dolmetschte, erstellte Listen und übernahm viele andere Aufgaben. Inzwischen führte sein Weg ihn wieder nach Zetel, wo er bis zum Jahre 2000 gelebt hatte. „Eine rasche Integration ist sehr wahrscheinlich, da noch Kontakte zu vielen Freunden bestehen“, erläutert Nina Los: „Wir wünschen ihm, dass er in seinem erlernten Beruf als Damenfriseur eine Anstellung findet und sein Leben hier in Deutschland gestalten kann.“