09.10.2015

Jugendwallfahrt nach Vinnenberg kam gut an

Ein Tag im Kloster – „cool"

Still sein, kreativ sein, mit Gleichgesinnten spielen und sprechen – das gehörte zur Jugendwallfahrt nach Vinnenberg. Der Tag auf dem Klostergelände tat vielen gut.

Maik Stenzel, Pfarrer in Bad Laer und Remsede, feiert mit den Jugendlichen die Messe im Freien. Dazu gehörten auch Momente der Stille, die für viele ungewohnt schienen. Foto: Katharina Westphal

Sonntagmorgen auf dem Land: Herbst, blauer Himmel, Sonnenschein. Man hört Kirchenglocken, Weihrauch hängt in der Luft. Eine große Gruppe Fahrradfahrer ist auf dem Weg zum Kloster. Es sind die jugendlichen Teilnehmer einer Wallfahrt nach Vinnenberg.

Zum zweiten Mal findet diese Jugendwallfahrt zum Kloster Vinnenberg statt. Es gibt eine Messe und Mittagessen. Dann finden Workshops statt: sportliche und spirituelle Angebote zum Mitmachen. Ein Arbeitskreis aus Haupt- und Ehrenamtlichen aus den Bistümern Osnabrück und Münster hat sie organisiert. Ziel sei, Kloster „Vinnenberg für Jugendliche zu erschließen“, sagt Diakon Guido Zimmermann, „Berührung schaffen mit diesem geistlichen Ort“. Ungefähr 90 Jugendliche aus verschiedenen Gemeinden sind an diesem Tag dabei.

Die Messe beginnt mit einer Minute Schweigen. In der Predigt fragt Pfarrer Maik Stenzel, wer die Stille angenehm fand, wer peinlich. Die meisten fragten sich offenkundig, ob etwas falsch lief, wann es weitergeht. „Wir müssen das trainieren, Stille auszuhalten“, sagt Stenzel. Stille gebe es selten, sie falle uns schwer.  Die Lesung handelt von Elija. Er habe in der Stille Gott gefunden. „Die Stille kann uns guttun“, sagt Maik Stenzel. Er lädt die Jugendlichen dazu ein, im Alltag zu versuchen, auf Gottes Botschaft zu hören.

Warum jeder Mensch für Gott schön ist

Zu Mittag gibt es im Kloster-innenhof Pizza vom Blech. Die Workshops bilden eine Kombination aus sportlichen und spirituellen Angeboten. In einem Raum liegen Postkarten, die man an jemanden verschicken kann, dem man danken möchte. Es gibt ein Labyrinth mit Fragen, zum Beispiel: Worum dreht sich mein Leben? Ein Workshop behandelt Popsongs mit religiösen Aussagen.

„Was ist für Jugendliche in ihrem Leben wichtig?“, das sei die Frage bei der Planung gewesen, sagt Thomas Steinkamp, Gemeindereferent in Bad Laer. Schönheit sei immer ein zentrales Thema. Im „Beautyworkshop“ geht es um Schönsein – allerdings darum, warum jeder Mensch für Gott schön ist. Um das, was uns als Einzelperson besonders macht.

Man müsse oft „lange nachdenken“, sagt Lara, eine Teilnehmerin. „Da fragt man sich, wie sehe ich das selber, was ist wichtig in der Welt“. Mit Catrin ist sie in der „Pray-Station“ – „Bet- Station“ kreativ. Hier kann man eigene Gedanken und Gebete zu Papier bringen. Es sei gut, hier im Kloster die Möglichkeit zum Nachdenken zu haben.

Catrin gefallen aber auch die Angebote, „die nichts mit Religion zu tun haben“: Wikingerschach, Boccia und Geocaching gehören dazu. Ein Kontrastprogramm zu den spirituellen Themen sei wichtig, um „einfach mal zu machen, ohne nachzudenken“, sagt Thomas Steinkamp. Spaß haben, „mit anderen Leuten ins Reden kommen“, das gefällt Leonie. Der Tag im Kloster sei „schon ganz cool“ – auch die Stille.

Katharina Westphal