03.07.2015

„Jahr des Aufatmens“

Eine Bank steht für die Ruhe

Die Pfarrei Heilig Kreuz im Osnabrücker Stadtteil Schinkel macht beim „Jahr des Aufatmens“ mit. Jeden Monat gibt es dazu eine Ausstellung. Eine Bank im Programmlogo symbolisiert die Ruhe.

 

Pfarrer Heiner Langewand, Küsterin Maria König (links) und Maria Kuhlmann,
Vertreterin des Pfarrgemeinderats, haben schon mal auf der Bank Platz
genommen.                                                                         Foto: Lisa Mathofer

Im Vorraum des Pfarrhauses von Heilig Kreuz liegen weiße Zettel aus. „Mein Wort aus der Bibel“ ist daraufgedruckt. „Die Gemeindemitglieder können ein Bibelwort aufschreiben, aus dem sie persönlich Kraft schöpfen“, erklärt Pfarrer Heiner Langewand. „Worte der Bibel sind ja auch Worte des Lebens“, ergänzt er.

Die Zettel mit den Bibelworten werden im September in der Kreuzkirche ausgestellt. Die „Ausstellung plus“ ist die erste Aktion der Gemeinde im „Jahr des Aufatmens“, das im Bistum nach den Sommerferien beginnt. Jeden weiteren Monat bietet die Gemeinde Aktionen zum Mitmachen an, die jeweils am ersten Sonntag des Monats mit einem Gottesdienst eröffnet werden. Jede Veranstaltung bekommt ihre eigene Ausstellung auf der großen Fläche hinter dem Altar. „Zwischen den großen Säulen wollen wir auf einem Plakat das monatliche Thema verkünden“, sagt Pfarrer Langewand.

Eines ist der Gemeinde im „Jahr des Aufatmens“ besonders wichtig: „Wir wollen nichts ausfallen lassen oder auf etwas verzichten, um zur Ruhe zu kommen. Die Menschen sollen auf etwas schauen, was ihnen Kraft gibt. Etwas Positives, das man verstärken kann, um aufzuatmen“, erklärt Langewand.

Jeden Monat anders neue Kraft schöpfen

Die Idee, die Ergebnisse in Ausstellungen zu zeigen, ist bei einem Treffen des Pfarrgemeinderats entstanden. „Im Advent 2013 hatten wir eine große Ausstellung in unserer Kirche mit über 5000 Besuchern. Das war eine tolle Erfahrung, das hat Spaß gemacht. Das wollen wir wiederholen“, sagt Küsterin Maria König.

Die monatlichen Themen des Jahres sind sehr unterschiedlich gestaltet. Im November sollen Gedichte als Kraftquelle dienen. Bei einem Rezitationsabend mit Musik kann hier jeder sein persönliches Gedicht vorstellen und besprechen. Im Mai 2016 plant die Gemeindejugend das Monatsthema „Have a break“ (Mach eine Unterbrechung). „Die Jugendlichen zeigen, was es für sie bedeutet, mal Pause zu machen vom Alltag“, sagt Langewand. Auch die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung gestaltet einen Monat. Sie präsentiert aktuelle Glaubenszeugen der christlichen Geschichte, zum Beispiel die Lübecker Märtyrer.
Im August 2016 gibt es sogar zwei Aktionen. Den ganzen Monat können Gemeindemitglieder Postkarten oder Fotos aus dem erholsamen Urlaub schicken, die dann in der Ausstellung gezeigt werden. Außerdem wird an Mariä Himmelfahrt der Tag der Kräuterweihe gefeiert. Die Frauengemeinschaft gestaltet den August rund um „Kräuter, Düfte und Aromen“.

Einige Aktionen sind noch nicht fertig geplant. Ideen gibt es im Planungsausschuss und den Verbänden aber mehr als genug. „Wir könnten noch einige Monate mehr planen“, sagt Maria Kuhlmann und lacht. „Alle haben Lust, inhaltlich etwas zum ,Jahr des Aufatmens‘ zu machen.“

Zum Schluss kommt alles in die Krypta

Die Fotos, Zettel oder Gegenstände aus den Ausstellungen kommen nach dem jeweiligen Monatsende in die Krypta der Kreuzkirche. „Das ist dann wie eine Schatzkammer. Dort kann man sich alles noch einmal in Ruhe anschauen und das komplette Jahr Revue passieren lassen“, sagt Pfarrer Langewand.

Lisa Mathofer