14.01.2014

Angebot an alle Gruppen

Einmal im Dom Messdiener sein

Messdiener sein, das bedeutet, bei Taufen, Hochzeiten, Trauerfeiern und den ganz regulären Gottesdiensten den Priestern und Diakonen zu assistieren. Viele Jugendliche wenden einen großen Teil ihrer Freizeit dafür auf, ihre liturgische Aufgabe in der Kirche zu erfüllen. Ein besonderer Moment ist ein Einsatz im Dom.

 

Vor der Sonntagsmesse erklärt Timo Hilberink (r.) den Messdienern aus Nordhorn die Wege und liturgischen Abläufe im Dom. Foto: Regine Bruns

Was motiviert junge Leute für diesen Dienst? Die Antwort fällt den jungen Ministranten aus der St.-Marien-Gemeinde in Nordhorn, die beim sonntäglichen Hochamt als Gastmessdiener dabei sein werden, nicht schwer. „Man freut sich einfach, wenn man nach der Estkommunion gefragt wird, ob man nicht Messdiener werden möchte“, erklärt Doreen Gommer (27), die schon seit 18 Jahren Messdienerin ist. Für sie ist der Dienst in der Kirche und die Anleitung der jüngeren Messdiener eine Selbstverständlichkeit, die fest zu ihrem Leben gehört.

„Man wächst in das Amt einfach hinein“, meint Marisa Grummich (17). „Ich bin aus Überzeugung dabei, aber auch, weil es Spaß macht, die Gemeinschaft mit den anderen Ministranten zu erleben.“ Abseits vom liturgischen Dienst treffen sich die jungen Leute nämlich auch zu Gruppenaktivitäten und Ausflügen. Im Sommer stehen Radtouren und Grillabende auf dem Programm, im Winter Weihnachtsmarktbesuche und Adventsfeiern.

Beim Üben für den Gottesdienst im Dom erfahren die zehn jungen Leute, welche Besonderheiten es hier gibt. Auf dem Weg von der Sakristei zum Altar sollen sie vor der Sakramentskapelle im rechten Kirchenschiff kurz innehalten und eine Kniebeuge machen. Außerdem müssen nach der Kommunion Waschschüssel und Handtuch für den Bischof bereitgehalten werden, denn der spült sich nach der Kommunionspendung immer gern kurz die Hände ab. Wer bei der Messe Weihrauchkandelaber, Stabkreuz und Messbuch hält, dürfen sie sich aussuchen.

Die erfahrenen Messdiener aus Nordhorn kennen sich mit all diesen Aufgaben bereits bestens aus, nur ist der Dom eben wesentlich größer als die Marienkirche zu Hause, und mehr Gläubige schauen ihnen beim Altardienst zu. „Nervös braucht aber niemand zu sein“, erklärt ihnen Timo Hilberink, der beim Diözesanjugendamt als Referent für Ministrantenpastoral tätig ist. „Wenn jemand nicht an seinem richtigen Platz steht oder vielleicht das Messbuch nicht nah genug gehalten wird, kann man sich darüber auch einfach noch während der Messe verständigen.“

Falls der Kreislauf versagen sollte: Hinsetzen!

„Die Gottesdienstbesucher merken oft gar nicht, wenn vorn irgendetwas nicht so läuft wie geplant“, weiß Doreen Gommer. „Man darf halt bloß kein allzu großes Trara darum machen.“ Manchmal sei es allerdings schon vorgekommen, dass bei dem einen oder anderen jungen Mädchen mal der Kreislauf versagte. „Bevor das passiert, ist es besser, sich hinzusetzen, auch wenn alle anderen gerade stehen.“

Den Dienst in der Messe verbinden die zehn jungen Leute aus Nordhorn, die zusammen mit ihrer Betreuerin Schwester Johanna angereist sind, mit einem Wochenende in Osnabrück. Im Priesterseminar dürfen sie kostenlos übernachten.

„Die Einladung, in der Domgemeinde bei einer Messe zu dienen, ist ein offenes Angebot an alle Messdiener in der ganzen Diözese“, erklärt Timo Hilberink. Allerdings sollten die Messdiener dafür schon etwas Erfahrung mitbringen. Für die Gemeinde seien die Besuche von Ministranten aus den umliegenden Landkreisen aber auch eine gute Möglichkeit, um Vakanzen aufzufüllen. „Im Dom gibt es an fast jedem Tag im Jahr eine Messe, und so viele Messdiener haben wir hier gar nicht, dass wir alle Termine besetzen könnten“, so Hilberink.

Auch sei der Dienst am Altar längst keine Angelegenheit allein von Jugendlichen mehr, fügt der Messdienerreferent hinzu. Die Altersspanne der Ministranten in der Diözese erstrecke sich mittlerweile von zehn bis 80 Jahre. „Durch die neuen langen Schultage haben die jungen Ministranten oft keine Zeit, wenn Beerdigungen oder Wochentagsmessen anstehen. Da ist es wichtig, dass die Älteren die Jüngeren unterstützen.“

Regine Bruns

 

 

Messdienergruppen, die auch einmal im Dom bei einer Messe dienen möchten, können mögliche Termine bei Timo Hilberink erfragen, Telefon 05 41/31 82 29; E-Mail: t.hilberink@bistum-os.de. Nach Möglichkeit wird für Übernachtungsplätze gesorgt.