26.08.2015

Ein Tag aus dem Ferienprogramm mit dem BDKJ

Europa in Bremen entdecken

In der Schule lernen Kinder schon einiges über Europa. Bei einer Stadtrallye mit dem Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) können sie spielerisch erfahren, wieviel Europa in Bremen steckt.

 

Gemeinsam müssen die Kinder die nächste Station der Europarallye finden.Fotos: Lisa Mathofer

Viviane öffnet den roten Briefumschlag und zieht einen weißen Zettel heraus. „Bremen hat viele Partnerstädte, welche davon liegen in Europa? Die richtige Lösung führt euch zur nächsten Station“, liest Jannik vor. Dann diskutieren die beiden Elfjährigen zusammen mit Julian, Amir, Rania und Nele über die Lösung. „Wir stimmen ab“, ruft Viviane. „Wer ist für Zwei?“ Die Kinder sind sich einig. Dort, wo auf der Bremer Stadtkarte eine kleine Zwei eingezeichnet ist, da müssen sie hin.

An diesem Ferientag haben sich die sechs Schüler für die Europarallye des BDKJ angemeldet. Michael Walkusz und Chiara Landwehr sind als Gruppenleiter mit dabei. Auch sie wissen nicht, wo genau der nächste Briefumschlag versteckt ist. „Der Punkt auf der Karte ist am Herdentor“, sagt Chiara. Die 16-Jährige zeigt am Hauptbahnhof kurz die Richtung an, dann lässt sie die Kinder vorlaufen.

„Da drüben, an der Laterne!“, ruft Jannik. Der zweite Umschlag ist schnell gefunden. Amir liest die nächste Aufgabe vor: „Mit dem Personalausweis kann man in der EU verreisen. Mit welchem Dokument kann man sich in Europa auch ausweisen? Ein Tipp, und die nächste Station findet ihr an der Jakobistraße, Ecke Bürgermeister-Smidt-Straße.“ Vorbei am Stadtgraben geht es weiter durch die Wallanlagen. An der Hauptstraße ruft Rania: „Da steht das Straßenschild!“ „Aber das ist die falsche Kreuzung“, sagt Michael. Der 17-Jährige öffnet ein Navigationsprogramm auf seinem Handy. „Wir müssen in die andere Richtung laufen“, sagt er. Ein blauer Umschlag klebt am Fenster einer Krankenversicherung. „Ach so, mit der Versichertenkarte kann man sich auch ausweisen“, sagt Jannik.

Dann landen die Jungen und Mädchen vor dem Gebäude von Radio Bremen. Dort treffen sie Agnes Mach. Die 23-Jährige hat sich die Europarallye ausgedacht. „Beim Bremer Jugendring habe ich die Rallye entwickelt“, erzählt die Studentin der Europastudien. „Es ist doch interessant, zu erfahren, wie viel Europa in der eigenen Stadt steckt. Bei der Rallye kann man Bremen mal mit anderen Augen sehen.“

Eine europäische Richtlinie für Pizzen?

Mach erklärt den Kindern, dass in dem Radiogebäude die Sendung „Funkhaus Europa“ produziert wird. „Da kann man in vielen Sprachen etwas über Europa erfahren. Und ein Ratespiel hören. Das spielen wir jetzt auch“, sagt sie. „Eine EU-Norm sagt, dass alle Pizzen in Europa einen Durchmesser von 15 Zentimetern haben müssen. Stimmt das oder nicht?“, fragt Mach. Diesmal sind die Kinder sich uneinig. Die eine Hälfte glaubt es, die andere nicht. Plötzlich laufen zwei Handwerker mit einem Pizzakarton vorbei. „Ist ihre Pizza 15 Zentimeter breit?“, ruft Chiara. „Ne, die ist breiter“, antworten die Männer. Die EU-Norm war also nur ausgedacht.

Für die nächste Station müssen die Kinder den Landtag suchen. Zwischen Touristen und flatternden Tauben laufen sie über den Marktplatz in der Innenstadt. Agnes Mach verkündet die nächste Aufgabe: „Wann sind die Öffnungszeiten der Bürgerschaft?“ Nele und Viviane rennen zum Eingang und bringen einen grünen Umschlag mit. „Montags bis freitags von 12 bis 17 Uhr“, ruft Nele. Dann läuft die Gruppe weiter über den Marktplatz und verschwindet in der Menschenmenge. Denn an der Kunsthalle wartet schon die nächste Aufgabe auf die Schüler.

Lisa Mathofer