08.12.2016

„Klosterküche" – diesmal in Nordhorn

Film ab für Frenswegen

Kurz vor Weihnachten läuft im Fernsehen ein Film über das Kloster Frenswegen. Der Norddeutsche Rundfunk (NDR) hat dort die neue Folge für seine Reihe „Klosterküche“ gedreht. Was es zu essen gibt? Selleriesuppe, Wildschwein mit Cranberry-Rotkohl und Mascarpone-Bratapfel.

 

Die Kamera läuft: Küchenchefin Jetti Heerspink (v.l.) und Moderatorin Annette Behnken lassen Kameramann Eike Nerling in den Topf mit der Selleriesuppe gucken. Foto: Petra Diek-Münchow

Glänzt die Stirn von Birgit Veddeler noch? Nina Nohlen schaut genau hin, greift zum Pinsel und pudert das Gesicht der Geschäftsführerin sanft ab. Auch bei Moderatorin Annette Behnken und Küchenchefin Jetti Heerspink prüft die Maskenbildnerin noch mal Make up und Frisur. Sieht alles gut aus für den nächsten Dreh. Die drei Frauen stellen sich in Position und dann fällt die Klappe für die „Klosterküche“ des Norddeutschen Rundfunks (NDR) – dieses Mal aus Nordhorn. Die Kamera läuft, Film ab für Frenswegen.

Drei Tage hat der NDR mit einem zehnköpfigen Filmteam in der ökumenischen Begegnungsstätte gedreht. Es ist die neunte Folge der Sendereihe, die die Zuschauer auf eine kulinarische Reise durch norddeutsche Klöster und Abteien führt – zum Beispiel im Frühjahr zu den Kapuzinern auf Clemenswerth in Sögel. Viel Planung war dafür auch in Frenswegen notwendig, aber Geschäftsführerin Birgit Veddeler hat sich über die Anfrage des Fernsehens sehr gefreut. „Das ist die Chance, unser Haus einem breiten Publikum so vorzustellen, wie es ist – mit seiner ganz eigenen Atmosphäre.“

Viel Atmosphäre gibt es auch bei der Produktion, besonders am „Koch-Sonntag.“ Das NDR-Team hat das Heuerhaus hinter dem Speisesaal in eine TV-Küche verwandelt und alle Geräte dafür mitgebracht. Requisiteurin Theresa Becker legt viel Wert auf hübsche Details. Auf der Fensterbank stehen brennende Windlichter und winterliche Zweige, an der Fliesenwand hängen Suppenkelle, Teigrolle und ein nostalgisches Holzherz. Sogar die Zwiebeln und Kohlköpfe auf der Anrichte werden ein paar Mal gedreht, bis sie mit ihrer besten Seite in die Kamera gucken.

Jede Schüssel, jedes Messer, jeder Topf steht an Ort und Stelle. So kann Jetti Heerspink, Leiterin des Küchenteams im Kloster Frenswegen, gut mit Annette Behnken und Birgit Veddeler arbeiten. Während die beiden den Rotkohl in feine Streifen schneiden, reibt sie den von der Kreisjägerschaft gestifteten Wildschweinbraten mit Kräutern ein. Gibt ein bisschen Olivenöl in die Pfanne, legt das Fleisch hinein und gleich zieht ein köstlicher Duft von krosser Kruste durch den Raum. Kameramann Eike Nerling und Regisseur Cornelius Kob läuft das Wasser im Mund zusammen. Letzterer hebt den Daumen und sagt: „Genial!“

Entspanntes Plaudern am Küchenherd

Aber so viel auch gerade geschnippelt, gerührt und gebrutzelt wird – es geht in der NDR-„Klosterküche“ nicht nur ums Kochen. Für Kob ist das ein Instrument, um den Zuschauern am Bildschirm auch etwas über die spirituelle Ausstrahlung eines Ortes, seine Inhalte und die Menschen dort zu erzählen. „Was suchen die Leute in den Klöstern und was finden sie dort? Das ist doch faszinierend“, sagt er. Deshalb plaudert Moderatorin Annette Behnken am Herd ganz entspannt mit Birgit Veddeler und Jetti Heerspink. Zum Beispiel über das Gemeinschaftsgefühl in Frenswegen, über die Angebote in der schönen Klosterkapelle, über 1200 Stück Torte für den alljährlichen Klostermarkt.

In anderen Szenen trifft die lutherische Pastorin aus Wennigsen junge Leute, die eine Woche „Kloster im Alltag“ erleben. Und sie pflanzt mit „Beetschwester“ Susanne Köhne eine Eiche im Garten – als Symbol dafür, wie wichtig die Ehrenamtlichen für die Begegnungsstätte sind. Nach dem Dreh ist Behnken begeistert von Frenswegen. Von dem guten ökumenischen Miteinander der sechs Konfessionen, von der Offenheit und dem respektvollen Umgang, von der warmen Atmosphäre. „Hier passiert ganz viel Friedensarbeit“, sagt sie. „Das ist ein wirklich schöner Ort, an den man gerne kommt.“

Jetti Heerspink hofft, dass auch die Zuschauer das so empfinden. Und sie kann es kaum abwarten, bis der Film einen Tag vor Heiligabend gezeigt wird. Ziemlich nervös ist sie bei der ersten Szene, aber das hat die Wilsumerin später bei der Hauptspeise abgelegt. Mit ihrer ganzen Routine als langjährige Küchenchefin in Frenswegen dirigiert die Hauswirtschaftsmeisterin das Menü. Bittet Birgit Veddeler um mehr Apfelstückchen für den Kohl und Annette Behnken um die Honigglasur für den Braten. Lampenfieber? Keine Spur mehr. Und das liegt sicher nicht nur am Klosterlikör, den sich die drei Frauen zwischendurch gönnen. Sondern daran, dass sie die Kamera einfach vergessen haben.

Petra Diek-Münchow

Der NDR zeigt die neunte Folge der Reihe „Klosterküche – Kochen mit Leib und Seele“ aus dem Kloster Frenswegen am Freitag, 23. Dezember, von 14 bis 14.30 Uhr. Den im März ausgestrahlten Beitrag aus dem Kloster Clemenswerth in Sögel kann man sich im Internet auf der NDR-Seite noch anschauen.