09.11.2012

17. November

Gertrud von Helfta

Gertrud von Helfta

Geschichte: Gertrud von Helfta, geboren 1256, war Ordensfrau. Als bedeutende Mystikerin, Theologin und Sprachkünstlerin gehört sie zu den herausragenden Frauen des Mittelalters. Sie trägt als einzige deutsche Heilige den Beinamen „die Große“. Vermutlich stammte Gertrud aus Thüringen. Schon als Fünfjährige wurde sie von ihrer Familie ins Kloster gegeben und von der Äbtissin Gertrud von Hackeborn unterrichtet. Sie begegnete außerdem der Mystikerin Mechthild, die in Helfta Zuflucht vor Anfeindungen gefunden hatte. Durch sie lernte Gertrud die Spiritualität der Frauenbewegung des 13. Jahrhunderts kennen.

Im Alter von 25 Jahren hatte Gertrud ihr religiöses Schlüsselerlebnis, eine erste Vision, in der sie sich von Christus in seine besondere Nachfolge gerufen sah. Weitere mystische Erlebnisse vertieften in den folgenden Jahren ihre Christusbeziehung. Gertrud entwickelte nun, als Mittelpunkt des Helftaer Theologinnenkreises, eine lebhafte literarische Tätigkeit: Sie übersetzte Teile der Bibel, verfasste zahlreiche Gebete sowie ihre beiden Hauptwerke, die Exercitia spiritualia („Geistliche Übungen“) und – mit Unterstützung durch Mitschwestern – den „Legatus divinae pietatis“ („Gesandter der göttlichen Liebe“).

Gertruds Liebe zu Jesus war ebenso stark wie ihre Liebe zu den Menschen. Stundenlang hörte sie den Menschen ihrer Umgebung zu, war Ratgeberin und Trösterin.

In ihrem schriftstellerischen Werk entwickelte Gertrud mit hoher Sprachkunst eine Theologie ganz eigener Prägung, wobei sie geradezu eine mystische „Summa“ der Theologie und der religiösen Spekulation ihrer Zeit verfasste. Im Mittelpunkt steht die umfassende, bis in kosmische Dimensionen ausgreifende Botschaft von der „Gott-Liebe“. Wohl selten in der Geschichte des Christentums wurde Gott so ausschließlich als Liebe gesehen wie bei Gertrud.

Herkunft des Namens: „die Speerstarke“ (althochdeutsch)
 

Das Kloster Helfta hat auch eine eigene Internetseite