15.06.2012

27. Juni

Hemma von Gurk

Hemma von Gurk

Geschichte: Hemma von Gurk, Gräfin zu Friesach-Zeltschach, wurde um das Jahr 980 in der Nähe von Friesach in Kärnten geboren und war mit dem einflussreichen Grafen Wilhelm an der Sann verheiratet. Sie galt als sehr wohlhabend. Hemma besaß Gebiete in der Steiermark (bei Admont), in Kaernten (Gurk-Friesach) und in Slowenien (bei Cili). Ihren Reichtum setzte sie aber für die Armen und den Bau von Kirchen ein.

Aus ihrer Ehe mit dem Grafen Wilhelm gingen zwei Söhne hervor. In politischen und sozialen Wirren verlor Hemma von Gurk ihre beiden Söhne und ihren Mann. Dazu wird überliefert: „Zwei Knappen hatten etwas falsch gemacht, worauf Wilhelm sie aus Zorn töten ließ. Aus Rache brachten die anderen Knappen seine Söhne bei einem Knappenaufstand um. Auf Hemmas Zureden hin unternahm Wilhelm eine Bußwallfahrt nach Rom und starb auf der Rückreise im Lavanttal.“

Nach dem Tod ihres Mannes gründete sie 1043 in Gurk ein Nonnenkloster. Dort verbrachte sie die Zeit bis zu ihrem Tod und wurde schon zu Lebzeiten als Heilige verehrt. Auch die Gründung des Klosters Admont wurde durch eine Schenkung Hemmas ermöglicht. Weiterhin geht der Bau mehrerer Pfarrkirchen auf sie zurück. Durch Stiftungen aus ihrem Besitz und durch das von ihr eingeführte Verwaltungssystem waren diese Pfarren nicht nur religiöse Zentren, sondern sie konnten auch wichtige soziale Aufgaben erfüllen.

Hemma starb am 29. Juni 1045. Das Nonnenkloster wurde bald darauf aufgelöst. Vom Salzburger Erzbischof wurde 1072 zuerst ein „Hilfsbistum“ gegründet. Später entstand daraus die Diözese Gurk-Klagenfurt.

Schon bald nach Hemmas Tod verbreitete sich der Kult um die wundertätige Gräfin vor allem in Österreich. Ihre Reliquien kamen 1174 in die große, von 100 Säulen geprägte Krypta des Doms zu Gurk. Am 21. November 1287 wurde Hemma selig gesprochen. 1466 wurde der Heiligsprechungsprozess eingeleitet, aber die Heiligsprechung erfolgte erst am 5. Januar 1938 durch Papst Pius XI. Gedenktag im deutschsprachigen Raum ist der 27. Juni.

Herkunft des Namens: Koseform für Wilhelma: „Helm und Schutz“ (althochdeutsch)