15.06.2012

28. Juni

Irenäus von Lyon

Irenäus von Lyon (griechisch: Eirenaios)

Geschichte: Irenäus, geboren um 135, war Bischof in Lugdunum in Gallien (heute Lyon/Frankreich). Er gilt als bedeutendster Theologe des 2. Jahrhunderts. Irenäus wuchs als Schüler des Bischofs Polykarp in Smyrna, Kleinasien, auf. Polykarp wiederum war Schüler und Jünger des Apostels und Evangelisten Johannes. Als Glaubensbote nach Gallien gekommen, wurde Irenäus während der Regierungszeit des Kaisers Marc Aurel I. Presbyter von Lyon. Eine Reise, die ihn im Auftrag des Lyoner Bischofs nach Rom führte, bewahrte ihn vor dem Märtyrertod, den viele Lyoner Christen in seiner Abwesenheit erlitten.

Nach seine Rückkehr wurde er zum Bischof von Lyon ernannt. Im „Osterfeststreit“ mahnte er Papst Viktor I., der die Kleinasiaten wegen ihres Ostertermins exkommuniziert hatte, mit Hinweis auf die Geschichte zum Frieden. Auf Irenäus, der auch ein bedeutender Kirchenschriftsteller war, geht die Missionierung weiter Teile Ostgalliens zurück. Er starb, so wird berichtet, um 202 unter dem römischen Kaiser Lucius Septimius Severus als Märtyrer.

Irenäus gilt als Begründer der Systematischen Theologie. Er verfasste um 180 sein klassisches Werk, die fünf Bücher „Adversus haereses“ („Gegen die Häresien“), die erste zusammenfassende Übersicht über den christlichen Glauben. Daher trägt er auch die Ehrennamen „Vater der Dogmatik“ und „Leuchte des Abendlandes“.

Bekannt wurde Irenäus wegen seiner Lehre von der Tradition: Unsere Lehrer im Glauben sind die Apostel, deren Lehre sich noch in den von ihnen gegründeten Kirchen finden muss. Wir müssen uns also an die in den apostolischen Kirchen vorgefundenen Lehren halten. Weil es jedoch zu weit führte, in allen apostolischen Kirchen den Beweis zu erbringen, wolle er sich an die „alte, allen bekannte, von den berühmten Aposteln Petrus und Paulus gegründete Kirche zu Rom“ halten und hier den Beweis erbringen, dass ihre Bischöfe auf die Apostel zurückgehen und daher ihre Lehre apostolisch ist.

Irenäus bezeugte den Glauben an die Dreifaltigkeit, an die Erbsünde und die Erlösung und verteidigte die kirchliche Praxis der Taufe von Kindern.

Herkunft des Namens: „der Friedliche“ (griechisch)