12.04.2012

19. Mai

Ivo Hélory, Dunstan von Canterbury

Ivo Hélory (französischer Name: Yves)

Geschichte: Yves, geboren 1253 in Minihy-Tréguier in der Bretagne/Frankreich, kam im Alter von 14 Jahren zum Studium der Rechte, der Philosophie und Theologie nach Paris. Er begann seine berufliche Laufbahn 1280 als Offizial des Bischofs von Rennes, war ab 1284 in gleicher Stellung in Tréguier tätig, wurde 1284 zum Priester geweiht und wirkte als Pfarrer verschiedener Dörfer. Nach 13 Jahren gab er seine Tätigkeit als Pfarrer auf, zog sich auf das Gut seiner Eltern in Kermartin zurück und setzte sich vor Gericht für Arme und Bedrängte ein. Im Jahr 1300 übernahm er noch einmal das Amt des Offizials in Tréguier. Seine asketische Haltung und selbstlose Tatkraft, mit der er sich für Bedürftige einsetzte, gaben ihm den Ehrentitel „Advokat der Armen“. Er starb am 19. Mai 1303.

An Yves‘ Beispiel orientieren sich die Mitglieder der Ivo-Bruderschaften, die sich für Rechtsschutz einsetzen und in romanischen Ländern und in Brasilien verbreitet sind.

Herkunft des Namens: „wie Eibenholz“ (althochdeutsch)

 

 

Dunstan von Canterbury

Geschichte: Dunstan entstammte der königlichen Familie von Wessex. Er wuchs bei irischen Mönchen in seiner Heimatstadt auf. Im Jahre 940 trat er in das Benediktinerkloster von Glastonbury ein und wurde bereits fünf Jahre später von König Edmund I. zum dortigen Abt ernannt. Durch sein Wirken wurde von Glastonbury aus das Mönchtum in England neu belebt. Es war vom Einfall der Dänen schwer geschädigt worden. Während der Regierungszeit von König Eadred gründete Dunstan mehrere bedeutende Klöster wie Westminster, Exeter und Ely.

Bei der Krönung des neuen Königs Eadwig Ende Januar 956 kam es zu einem Streit zwischen ihm und Dunstan, weil Eadred den Abt sehr großzügig in seinem Testament bedacht hatte. Nachdem sich Mercia und Northumbria, wahrscheinlich auf Betreiben Dunstans, von Eadwig losgesagt hatten und statt Eadwig dessen Bruder Edgar als König anerkannten, ließ Eadwig Dunstan aus England verbannen. Sein Exil verbrachte er im Kloster St. Peter in Gent, wo er mit den beginnenden Cluniazensischen Reformen in Kontakt kam.

957 kehrte Dunstan nach England zurück, wo er zunächst Bischof in Worcester, dann in London und schließlich 960 Erzbischof von Canterbury wurde. Er war sowohl in kirchlichen als auch in weltlichen Belangen ein gefragter Berater am Hof von König Edgar. Zahlreiche Mönche aus Reformklöstern des Festlandes folgten Dunstan nach England, wo 970 neue und verbindliche Klosterregeln ausgearbeitet wurden, in denen sich Reformelemente und Traditionen des englischen Mönchtums verbanden. In den folgenden Jahren setzten Dunstan und seine Schüler die neuen Regeln nicht nur in den Klöstern, sondern auch im Weltklerus durch, insbesondere was die Gültigkeit des Zölibats betraf. Die Reformen werden zudem als erster Ausgangspunkt für eine eigenständige Literatur in angelsächsischer Sprache angesehen.

Nach seinem Tod am 19. Mai 988 wurde Dunstan in der Kathedrale von Canterbury beigesetzt. Im Jahre 1039 wurde ein Fest zu seinen Ehren offiziell eingeführt. Anselm von Canterbury, der 1093 Erzbischof von Canterbury wurde, förderte die Verehrung seinen Vorgängers.

Herkunft des Namens: „vornehmer Herr“ (altenglisch)