12.04.2012

16. Mai

Johannes Nepomuk

Johannes Nepomuk

Geschichte: Johannes Nepomuk, der auch den Beinamen „Brückenheiliger“ trägt, wurde um 1350 in dem Ort Pomuk nahe Pilsen (Böhmen) als Sohn eines Amtmannes geboren. Der begabte junge Mann nahm an der Universität in Prag – der ersten Universität im deutschsprachigen Raum – sein Theologiestudium auf und promovierte dort. Wegen seiner überdurchschnittlichen Fähigkeiten wurde er bald zum Generalvikar der Erzdiözese Prag ernannt. Seine Arbeit in diesem Amt gestaltete sich jedoch wegen der wiederholten Übergriffe durch König Wenzel IV., dem unfähigen, gewalttätigen Sohn von Kaiser Karl IV., im Laufe der Zeit immer schwieriger. Auf Befehl des Königs wurde Johannes Nepomuk schließlich gefangen genommen und gefoltert. Im Jahr 1393 ließ man ihn dann zu einem Bündel zusammenschnüren und von der Karlsbrücke in die Moldau stoßen, wo er ertrank. Nach der Überlieferung soll dies geschehen sein, als der Priester sich weigerte, dem jähzornigen, eifersüchtigen König zu verraten, was die Königin gebeichtet hatte.

Nach einem anderen, wohl eher legendenhaften Bericht soll der Priester ermordet worden sein, weil er sich für einen Koch eingesetzt hatte, der – als er eine Mahlzeit hatte anbrennen lassen – vom König zum Tod durch Verbrennen verurteilt worden war. Gesichert scheint jedenfalls zu sein, dass Wenzel IV. sich eines unangenehmen Kritikers entledigen wollte. Johannes Nepomuk wurde später als Idealgestalt des vertrauenswürdigen Priesters verehrt, dem man sich mit allen Nöten und Geheimnissen anvertrauen konnte. Sein auf der Karlsbrücke in Prag errichtetes Standbild fand zahlreiche Nachbildungen und sorgte dafür, dass er bald der beliebte Brückenheilige wurde.

Herkunft des Namen: „Gott ist gnädig“ (hebräisch); Nepomuk bedeutet „aus Pomuk“