16.07.2012

7. August

Kajetan von Thiene

Kajetan von Thiene

Geschichte: Kajetan, Sohn des Grafen Gaëtano aus der Republik Venedig, wurde schon als Kind „der Heilige“ genannt. Er studierte Jura in Padua und wurde 1506 Geheimer Sekretär von Papst Julius II. in Rom. Dort lernte er die berühmtesten Künstler seiner Zeit kennen, aber auch Sittenlosigkeit und Ausschweifungen des Klerus, für dessen Reform und Ausbildung er sich besonders einsetzte.

Nach seiner Priesterweihe 1516 und der Rückkehr nach Vicenza schloss Kajetan sich der „Bruderschaft des Heiligen Hieronymus“ an, die sich um Arme und Kranke kümmerte. Von diesen geprägt, wurde er zu einem der großen Reformer der Kirche. Ab 1523 wirkte er wieder in Rom, lernte Giampetro Caraffa, den Bischof von Chieti und späteren Papst Paul IV., kennen und gründete mit ihm die Kongregation der „Regulierten Kleriker“, benannt nach dem lateinischen Namen des Bischofssitzes Theatiner. Ihre Losung ist ein Jesuswort aus der Bergpredigt: „Suchet zuerst Gottes Reich und seine Gerechtigkeit, dann werden euch alle Dinge hinzugefügt werden.“ (Matthäusevangelium 6, 33). Schon nach wenigen Wochen wurde der Orden päpstlich anerkannt.

Beim Einfall italienischer Truppen in Rom wurde die Stadt geplündert und verwüstet, es traf auch das Ordenshaus. Die Theatiner mit Kajetan an der Spitze flüchteten nach Venedig, bekamen das Nikolauskloster zugewiesen, organisierten soziale Hilfen und bauten caritative Strukturen auf. Besonders als 1528 eine Pestepidemie und Hungersnot die Stadt heimsuchte, halfen die Theatiner unermüdlich. Die Kongregation breitete sich schnell in ganz Italien aus und wurde neben den Jesuiten zur wichtigsten Reformkraft in der katholischen Kirche.

Herkunft des Namens: aus Gaëta stammend (lateinisch)