27.05.2013

Arbeiterfußball im Diözesanmuseum

Kicker, Kult & Co.

Damit hatten Jan Marijnissen und Kees Slager nicht gerechnet: Im Diözesanmuseum Osnabrück entdeckten sie nicht nur Bezüge zum traditionsreichen Arbeitersport in der Region mit seinem Aushängeschild FC Fortuna, sondern auch eine Eintrittskarte zum Länderspiel der katholischen Nationalmannschaften der Niederlande und Deutschlands in Hannover aus dem Jahr 1933.

Auf den Spuren des Arbeitersportvereins FC Fortuna Osnabrück sowie der katholischen Deutschen Jugendkraft wandelten der niederländische SP-Vorsitzende Jan Marijnissen (2.v.l.) und sein Parteifreund Kees Slager gemeinsam mit Museumsdirektor Hermann Queckenstedt (links) und Heiko Schlatermund (rechts) von der Bildungsvereinigung Arbeit und Leben. Foto: Diözesanmuseum Osnabrück/Hermann Pentermann

Marijnssen, Vorsitzender der Sozialistischen Partei der Niederlande, und Slager, der sozialistische Abgeordnete der ersten Parlamentskammer, waren gemeinsam mit dem kirchlichen Museumsleiter Leon van Liebergen aus Uden nach Osnabrück gekommen, um die Stadt unter historischen Gesichtspunkten zu erkunden. Überrascht registrierten die Politiker, dass das Diözesanmuseum nicht nur herausragende Exponate zur über 1200-jährigen Geschichte von Dom und Bistum präsentiert, sondern mit der Sonderausstellung „Kicker,Kult & Co.“ zur Vorgeschichte der Fußball-Bundesliga auch ein sportgeschichtliches Thema aufgreift.

Die Vielfalt der Verbände vom Arbeitersport über die katholische Deutsche Jugendkraft bis hin zum Deutschen Fußballbund weckte ihr Interesse ebenso, wie die kirchlichen Wurzeln der britischer Erstligisten und Borussia Dortmunds. Anschließend führte Museumsdirketor Hermann Queckenstedt die Gäste aus den Niederlanden durch den Dom, die Marienkirche und das Rathaus, bevor sie das Erich-Maria-Remarque-Archiv besuchten.

Bei diesem Rundgang ging es in besonderer Weise um die Westfälischen Friedensverhandlungen, die Auswirkungen des NS-Regimes auf Osnabrück sowie die Friedenskulturarbeit in Stadt und Land. Wie vielen Niederländern war auch den beiden SP-Politikern weitgehend unbekannt, welche Rolle  Osnabrück in den westfälischen Friedensverhandlungen gespielt hat, die auch die Selbständigkeit der Niederlande zum Ergebnis hatten.