04.02.2015

Christus-König-Stiftung Osnabrück hält Gemeindeprojekte am Leben

Kleiner Zuschuss, große Hilfe

Geld aus einem ererbten Sondervermögen bildete den Grundstock für die Christus-König-Stiftung in Osnabrück. So können verschiedene Projekte gefördert werden, die der Gemeinde und den Stiftern wichtig sind.

 

Das Geld aus der Christus-König-Stiftung ermöglicht unter anderem die Finanzierung einer Mitarbeiterin, die ein Freiwilliges Soziales Jahr absolviert, im Kindergarten St. Antonius. Foto: privat

Dass junge und alte Menschen sich begegnen und miteinander Kontakt haben, das war den Eheleuten Blanke aus Haste ein Herzensanliegen. In ihrem Testament vermachten sie daher 1993 einen Teil ihres Vermögens der Kirchengemeinde Christus König mit genau diesem Auftrag: Kinder und Senioren zu unterstützen und neue Projekte mit menschlichen Kontakten zu ermöglichen. So konnte die Gemeinde mit dem geerbten Geld ein Seniorenbüro und einen Seniorenmittagstisch einrichten, den Kindergarten finanziell unterstützen und Bedürftigen eine Unterbringung in der Kurzzeit- oder Tagespflege oder auch eine Ferienerholung ermöglichen.

Um jedoch auch langfristig helfen zu können, gründete der Kirchenvorstand vor zehn Jahren mit dem restlichen Geld aus dem „Blanke-Sondervermögen“ eine unselbstständige Stiftung, die „Christus-König-Stiftung“. Unter dem Leitgedanken „Dem Menschen vor Ort zugewandt“ sollen so weiterhin soziale Projekte unterstützt werden, die Menschen zusammenführen.

Der Grundgedanke: Die Ausschüttungen (Zinsen) des angelegten Geldes werden jährlich investiert, ohne dass sich das Grundkapital verringert. So kann nicht nur einmalig geholfen, sondern Dauerhaftes geschaffen werden. Die Stiftung will Menschen vor Ort anregen, sich mit persönlichem Einsatz, Ideen und finanziellen Mitteln einzusetzen. Sie versteht sich als Ergänzung bestehender Dienste und Einrichtungen.

Weitere „Leuchtturmprojekte" gesucht

2010 wurde die Stiftung auf die neu gebildete Pfarrei Christus König übertragen. Durch Zustiftungen von Sammlungen auf Beerdigungen, Hochzeiten oder Privatpersonen konnte das anfängliche Stiftungskapital mit den Jahren von 60 000 Euro auf derzeit etwa 150 000 Euro erhöht werden.

Viele Projekte wurden und werden von der Christus-König-Stiftung unterstützt: eine Kraft für ein FSJ (Freiwilliges Soziales Jahr) am Kindergarten St. Antonius, der Seniorenmittagstisch, ein Besuchs- und Begleitdienst der Malteser, ein Bewerbungstraining der Kolpingjugend, Elternkurse, Theaterstücke, Bewegungsprojekte, Bezuschussung des Mittagstisches für bedürftige Kinder in der Heilig-Geist-Schule und die allgemeine soziale Beratung in Heilig Geist.

„Wir wollen das Feuer der Stiftung in alle Gemeindeteile tragen“, betont Kuratoriumsmitglied Robert Prieshof-Grothaus und weist darauf hin, dass die Gemeinde weiter „Leuchtturmprojekte“ sucht, die unterstützt werden können. So sei derzeit geplant, Geld in die Betreuung der syrischen Flüchtlinge in der Gemeinde zu investieren. „Wir müssen immer wieder auf uns aufmerksam machen, viele Gemeindemitglieder wissen noch gar nichts von der Möglichkeit, sich bei uns Unterstützung holen zu können“, sagt Prieshof-Grothaus. Durch die niedrigen Zinsen könnten dies derzeit zwar immer nur kleinere Zuschüsse sein, aber auch das helfe oft viel.

Auf Dauer, ist Robert Prieshof-Grothaus überzeugt, müsse das Stiftungskapital aber noch deutlich erhöht werden: „Um glaubhaft als sozial-caritative Einrichtung tätig zu sein, brauchen wir eigentlich mehr Geld.“ 500 000 Euro seien langfristig eine Summe, mit der man gut helfen und Projekte anstoßen könne, um Kindern  und Senioren „positives Licht ins Leben zu bringen“, wie es sich das Ehepaar Blanke in seinem Testament gewünscht hat.

Astrid Fleute