13.09.2011

Krankensalbung – für wen?

Gestattet es das Kirchenrecht, dass die Krankensalbung auch einem evangelischen Christen gewährt wird? Ist diese an Bedingungen geknüpft?
Ewald Wernken, Krefeld

 

Die Krankensalbung ist nach katholischem Verständnis ein Sakrament. Deshalb kann es auch zunächst nur katholischen Empfängern gespendet werden. In Todesgefahr – und das ist bei der Krankensalbung oft der Fall – erlaubt das Kirchenrecht in Kanon 844, § 4 aber auch, dass die Sakramente der Buße, der Eucharistie und der Krankensalbung „den übrigen, nicht in der vollen Gemeinschaft mit der katholischen Kirche stehenden Christen, die einen Spender der eigenen Gemeinschaft nicht aufsuchen können und von sich aus darum bitten“ gespendet werden dürfen.
Voraussetzung ist auch, dass „sie bezüglich der Sakramente den katholischen Glauben bekunden und in rechter Weise disponiert sind“. Das beinhaltet zum Beispiel, dass sie nicht „in einer offenkundigen schweren Sünde hartnäckig verharren“. Ein rituelles Zeichen der Nähe Gottes in einer schweren Krankheit wird auch in den evangelischen Kirchen zunehmend neu entdeckt. Zwar ist es dort kein Sakrament, man bezieht sich aber auf den Jakobusbrief.
Michael Kinnen