06.09.2012

18. September

Lambert von Lüttich

Lambert von Lüttich

Geschichte: Lambert (auch Lamprecht oder Landibert genannt), ein Sohn aus gräflicher Familie, trat im Jahr 670 als Bischof von Maastricht die Nachfolge des ermordeten Theodard an, seines Onkels und Lehrers. Als der fränkische Hausmeier Ebroin nach dem Tode des merowingischen Regenten Childerich II. im Jahre 675 erneut an die Macht gelangte, verbannte er mehrere austrasische Persönlichkeiten. Auch Lambert wurde als Bischof abgesetzt und bis zu Ebroins Tod 682 in das Kloster Stablo verbannt. Pippin der Mittlere, Ebroins Nachfolger, setzte ihn wieder in sein Bischofsamt ein.

Bischof Lambert soll auch mit dem heiligen Willibrord zusammengearbeitet haben bei der Erneuerung der Diözese und der Ausbreitung des christlichen Glaubens in Brabant und Kempen, unter anderem in der Landschaft Toxandrien.

Weil Bischof Lambert die Immunitätsrechte der Kirche gegenüber der Staatsgewalt konsequent verteidigte, ließ man ihn am 17. September, wahrscheinlich im Jahr 705, in seinem Haus in Lüttich (Leodium) erschlagen. Da er sich nicht gegen seinen Mörder zur Wehr setzte, galt er schon bald als Märtyrer. Lamberts Gebeine wurden erst in Maastricht, ab 715 in Lüttich verehrt, wo ihm eine Basilika geweiht wurde. Lamberts Nachfolger Hubertus verband die Überführung der Gebeine mit der Verlegung des Bischofssitzes von Maastricht nach Lüttich. In der französischen Revolution wurden die Reliquien vernichtet. Eine Kopfreliquie befindet sich seit 1190 in Freiburg im Breisgau.

Lamberts Verehrung war vor allem Erzbistum Köln verbreitet. Früher war das Lambertusfest in Münster ein großes Volksfest; bereits zwei Wochen vor dem Abend des Lambertustages beginnen noch heute die Kinder, „Lambertus-Pyramiden“ zu bauen, diese mit Zweigen, Laternen und Lampions zu schmücken und zu umtanzen und dazu viele traditionelle Lieder zu singen.

Herkunft des Namens: „der glänzende Landbesitzer“ (althochdeutsch)