14.04.2016

Inselkirche auf Juist saniert

Luftig, hell und auch geborgen

Ein stilles Gebet, ein Kerze für die Familie zu Hause, ein Dankeschön für den Urlaub. Wie viele Inselkirchen verzeichnet auch das katholische Gotteshaus auf Juist viele Besucher. Nach der Sanierung sieht der Innenraum noch schöner aus.

 

Harmonisch: Vor allem die neue Farbgestaltung fällt nun in der Kirche auf Just auf – links in der Sakramentskapelle, hinter dem Korpus im Altarraum und in der Taufkapelle rechts. Foto: Michaela Wachendorfer

„Unsere Kirche ist jetzt aus einem Guss“, sagt Schwester Michaela Wachendorfer. „Sie ist luftig und hell, aber man fühlt sich gleichzeitig geborgen. Das atmet Freiheit.“ Die Ordensfrau gehört zum ständigen Seelsorgeteam auf der Nordseeinsel Juist. Und wenn sie von der Innenraumsanierung der Kirche „Zu den Heiligen Engeln“ erzählt, klingt sie richtig froh.

Denn ihrer Ansicht nach wirkt die Kirche nach Abschluss der seit Januar laufenden Arbeiten jetzt viel harmonischer. Das liegt vor allem an den neuen Farbakzenten, die ein abgestimmtes Gesamtbild ergeben. Das gilt besonders für die Sakramentskapelle links vom Altarraum, die nach einigen Umbauarbeiten nun als kleiner Gottesdienstraum zum Beispiel im Winter genutzt werden kann. Tobias Kammerer, der 1997 schon neue Fenster für die Kirche entworfen hatte, zeichnet für die künstlerische Gesamtgestaltung des Raumes verantwortlich. Im Mittelpunkt steht ein Fenster von Andreas Felger, das eine aus tiefem Blau über Getreideähren aufgehende Sonne zeigt. „Das ist ein echter Blickfang“, sagt Schwester Michaela.

Vor dem Fenster steht ein schlichter  Kubus aus sandgestrahltem Glas – der Tabernakel. An diesem Ort können die Gäste Ruhe finden, aufatmen, beten. In warmen Rottönen ist ein Farbband an der hinteren Wand im Chorraum der Juister Kirche gestaltet. Die Farben nehmen ähnliche Töne aus den anderen Fenstern wieder auf. Davor hängt nun der vom Kreuzbalken befreite Korpus. Fast, als würde er schweben, meint Schwester Michaela. Und erzählt, wie gut auch die Resonanz anderer Gäste auf die Sanierung schon war.

Neue Farbakzente gibt es auch an anderen Orten in dem Gotteshaus. Da ist das lichte Blau hinter dem Taufbrunnen, der nun ganz anders betont wird, und das satte Blau in der kleinen Nische, die die Marienfigur beherbergt. Die Muttergottes dort ist zu einer Bernsteinmadonna geworden: Hinter ihr funkeln Bernsteine, gesammelt am Juister Strand, wie kleine Sterne am blauen Firmament.

Petra Diek-Münchow

In der Kirche auf Juist gibt es neben den Gottesdiensten am Sonntag auch tägliche Gebetszeiten: eine Schweigemeditation am Morgen um 7.30 Uhr und eine halbstündige Vesper abends um 18 Uhr.