03.06.2015

Evangelischer Kirchentag

"Motivationstraining für alle"

Gottesdienste, Podiumsdiskussionen, Workshops - das Programm ist vielfältig auf dem Deutschen Evangelischen Kirchentag in Stuttgart. Bis Sonntag diskutieren und feiern 100.000 Menschen in der Landeshauptstadt Baden-Württembergs.

100.000 Dauerteilnehmer sind auf dem Kirchentag zu Gast. Foto: kna-bild

Rote Kirchentagsschals so weit das Auge reicht. Ein lautstarker Posaunenchor und eine eindrucksvolle Altar-Bühne vorm Neuen Schloss: Zehntausende Christen haben die Stuttgarter Innenstadt in Deutschlands größte Open-Air-Kirche verwandelt. Unter dem biblischen Leitwort "damit wir klug werden" und der Ankündigung, sich bis Sonntag zu aktuellen gesellschaftlichen Fragen couragiert zu Wort melden zu wollen, hat am Mittwochabend der 35. Deutsche Evangelische Kirchentag (DEKT) begonnen. 

Bundespräsident Joachim Gauck würdigte den Kirchentag als wichtiges Dialogforum. "Kirchentage sind Motivationstraining für alle, die nicht an den großen Problemen der Zeit vorbeisehen wollen", sagte er auf dem überfüllten Schlossplatz. Angesichts weltweiter Armut, Friedlosigkeit und Umweltzerstörung wollten viele Menschen nicht bloße Zuschauer bleiben. Daher sei das politische Deutschland auf die Debatten des Kirchentags der kommenden Tage gespannt, so Gauck. 

Auch der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann betonte, Politik und Gesellschaft brauchten die Kirchen und Religionsgemeinschaften heute "vielleicht mehr als je zuvor". Wichtig sei, "gemeinsam an gerechteren Wirtschaftsformen, einem Leben in Frieden und einer Zukunft auch für kommende Generationen" zu arbeiten. 

 

Der gastgebende evangelische württembergische Landesbischof Frank Otfried July sagte, Ziel des DEKT sei es, "Herzensweisheit zu erlangen". Es gehe um den Lebenshorizont des Menschen in Zeit und Ewigkeit. Wichtig sei, "Klugheitsregeln zu finden, wie wir besser zusammenleben können". Dies gelte für Langzeit-Arbeitslose ebenso wie für Behinderte oder Flüchtlinge. 

 

Die Eröffnungsfeier des Kirchentags
auf dem Schlossplatz in Stuttgart
Foto: kna-bild

 

Unter anderem begrüßte 
Bundespräsident Joachim Gauck
die Teilnehmer. Foto: kna-bild
Bestes Kirchentags-
wetter ist auch für die 
nächsten Tage angesagt
Der Schal ist das Lieblingsstück
der Teilnehmer. Foto: kna-bild

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der katholische Stuttgarter Bischof Gebhard Fürst sagte in seinem Grußwort, vom Kirchentag könnten Signale der Zuversicht ausgehen. "Menschen können in den kommenden Tagen erleben, wie engagierte Menschen aktuelle Fragen und Herausforderungen diskutieren und Zeugnis von der großen Hoffnung Zeugnis geben, die Christen erfüllt." 

Zu dem Christentreffen, das nach 1952, 1969 und 1999 nun zum vierten Mal in Stuttgart organisiert wird, sind mehr als 100.000 Teilnehmer in die baden-württembergische Landeshauptstadt gekommen. Das Programm umfasst bis Sonntag rund 2.500 Veranstaltungen - darunter Gottesdienste, Podiumsdiskussionen, Workshops, Bibelauslegungen und Konzerte. Die Veranstalter sprechen vom Dreiklang "Frieden und Flüchtlinge", "Wirtschaft und Werte" sowie "Demokratie und Daten". Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel will sich am Freitag an einer Debatte zur Zukunft der digitalen Gesellschaft beteiligen.  

Der Eröffnungstag klang bei bestem Sommerwetter mit einem großen Straßenfest aus. Die Regionen Württembergs servierten kulinarische Spezialitäten - von Spätzle bis Schwarzwälder Kirsch. Auf vielen Bühnen gab es Livemusik. Den stillen Schlusspunkt setzen die Kirchentagsbesucher mit dem Entzünden Zehntausender Kerzen und einem gemeinsamen Nachtgebet. Am Donnerstag beginnt die thematische Arbeit des Kirchentreffens.

kna

 

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