14.10.2015

Taizéabend in der Thuiner Kirche

Musik, Licht, Stille und Gebet

Taizé: Das ist Musik und Licht, das ist Stille und Gebet, das ist Gemeinschaft und eine wunderbare Stimmung. Eine Andacht mit diesen Elementen fasziniert viele Menschen – auch in Thuine. Dort gibt es regelmäßig ein Taizégebet. Bis zu 50 Besucher sitzen dann in der Kirche.

Licht und Farbe: Die Kerzen und das Tuch schaffen Atmosphäre. Das Vorbereitungsteam entzündet vor jedem Taizégebet viele Kerzen im Altarraum in Thuine. Foto: Petra Diek-Münchow

Gaby Holle schaut auf ihre Armbanduhr, in knapp zehn Minuten geht es los. Die Küsterin stellt die Ikone gerade und rückt noch mal die orangefarbenen Tücher im Chorraum zurecht. Greift dann nach dem Feuerzeug und entzündet gemeinsam mit Marita Gude, Claudia Schröder und Petra Brinker die vielen Teelichter und Kerzen, die rund um den Altar stehen. Das warme Licht erleuchtet die St.-Georg-Kirche in Thuine in der einsetzenden Dämmerung. Es reicht gerade noch, damit Diakon Helmut Heitz, Jürgen Prein und Andrea Keve ihre Notenblätter lesen und die Gitarren einstimmen können. Die ersten Gäste treffen jetzt ein, setzen sich still in die Bank und genießen schon die Atmosphäre.  Und dann stimmen sie gemeinsam das erste Lied an.

Seit mehreren Jahren gibt es das Taizégebet in Thuine, immer am ersten Montag im Monat um 19 Uhr. Nicht nur aus dem Ort kommen die Gäste, sondern aus der ganzen Pfarreiengemeinschaft Freren und sogar aus Lingen. Gute 30 Minuten dauert die Andacht: mit den typischen Gesängen aus Taizé, mit Psalmtexten und Lesung, mit Vaterunser und mit stillen Elementen. Rita Pünt und Helmut Heitz übernehmen die Organisation. Wechselnde Gruppen und Personen aus der katholischen und evangelischen Gemeinde bereiten die Abende vor. Das passt zu Taizé, das passt zur Geschichte von St. Georg. Schließlich ist das Gotteshaus die einzige Simultankirche im Bistum und wird von beiden Konfessionen genutzt.

Helmut Heitz ist dieser Abend sehr wichtig. Denn Taizé, „das ist mein Ding“, sagt der Diakon mit leuchtenden Augen. 1980 war er zum ersten Mal bei den Brüder der Communauté in der kleinen französischen Gemeinde im Burgund – und seitdem fast jedes Jahr wieder. Begeistert erzählt er von der faszinierenden Stimmung dort, von der Gemeinschaft, von der Spiritualität, von dem schlichten Lebenstil der Bruderschaft. Und von ihren inhaltlichen Zielen: Frieden und Versöhnung, Einheit und Ökumene, Solidarität für die eine Menschheitsfamilie. „Davon können wir als Kirche so viel lernen“, sagt der Diakon.

Und von dort hat er auch das Taizégebet mit nach Thuine gebracht. Es kommt gut an, jedes Mal sitzen zwischen 30 und 50 Gäste in der Kirche. Vor allem die Lieder prägen den Abend: kurz und einfach zu lernen, in mehreren Sprachen, ein knapper und wesentlicher Gedanke wiederholt sich. Das öffnet den Geist, das lässt Raum auch für eigene Gedanken. Wie bei „Nada de turbe“ – Nichts soll dich beunruhigen. Oder bei „The Lord ist my light – Der Herr ist mein Licht. Gemeinsam singen die Besucher, gemeinsam hören sie den Psalm 42, gemeinsam beten sie das Vaterunser und schweigen fünf Minuten lang. Kein Räuspern, kein Husten, kein Blättern ist zu hören. Stille kann so erholsam sein.

„Da komme ich zur Ruhe“

Das findet auch Gaby Holle, die danach die Kerzen wieder auspustet. Fast immer kommt sie zum Taizégebet, hier kann sie die Seele baumeln lassen. „Das tut mir so gut“, sagt die Küsterin lächelnd. „Das ist Entspannung, da komme ich zur Ruhe.“

Termin

Das nächste Taizégebet findet  am Montag, 2. November um 19 Uhr in der St.-Georg-Kirche in Thuine statt. Wer möchte, ist danach zu einem ökumenischen Bibelgespräch ebenfalls in der Kirche eingeladen.

Petra Diek-Münchow