20.09.2016

Weltfriedenstreffen

Nächstes Jahr in Osnabrück

Das nächste internationale Weltfriedenstreffen der Gemeinschaft Sant' Egidio findet 2017 in Münster und Osnabrück statt. Führende Repräsentanten von Kirchen und Religionen aus aller Welt sowie tausende Teilnehmer werden sich vom 10. bis 12. September 2017 in den Domstädten treffen, verkündete der Gründer der katholischen Laienbewegung, Andrea Riccardi, in Assisi. Dort endete das Friedenstreffen 2016.

„Es ist für uns eine Ehre und eine große Freude, Sie alle für September nächsten Jahres nach Deutschland einzuladen“, sagten der Osnabrücker Generalvikar Theo Paul und der Münsteraner Weihbischof Stefan Zekorn am Dienstag zum Abschluss des diesjährigen Treffens im italienischen Assisi. Beide nahmen mit einer Delegation aus Osnabrück und Münster an dem Friedenstreffen teil.

Der Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode äußerte seine Freude über die Entscheidung, das große Treffen der Religionen in Münster und Osnabrück stattfinden zu lassen: „Beide Städte stehen für das Ende des Dreißigjährigen Krieges. Hier wurde im gesamteuropäischen Friedenskongress in den Jahren 1641 bis 1648 der Westfälische Friede geschlossen“, betonte Bode. Die beiden Friedensstädte Münster und Osnabrück seien daher aufgrund ihrer Geschichte „Orte des Dialogs und der Verständigung“. Bode: „Es ist deshalb ein gutes Zeichen, dass sich die Vertreter der Religionen hier treffen, um den ‚Geist von Assisi‘ spürbar werden zu lassen und den Frieden in der Welt zu fördern.“

„Es geht um alle Facetten des Friedens“

Münsters Bischof Felix Genn sagte, das Ziel des Treffens sei es, Menschen aus ganz unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen und Ländern zusammen zu führen. „Es geht bei dem Treffen um alle Facetten des Friedens, den innerkirchlichen Frieden, aber auch den Frieden in der Welt“, erkläre Genn. Er habe bereits an Treffen der Gemeinschaft in Aachen und München teilgenommen und erlebt, wie Buddhisten, Hindus, Muslime, Juden und Christen verschiedener Konfessionen und Kirchen sich versammeln und „Friedensprojekte bauen“.

Fabian Sandkühler organisiert das Treffen in
Osnabrück. Foto: Haarmann

Einer der Teilnehmer in Assisi war der aus Wallenhorst stammende Fabian Sandkühler. Der 30-Jährige ist beim Bistum angestellt, um das Treffen in Osnabrück organisatorisch zu begleiten. An verschiedenen Orten werden die Religionsvertreter beten und dann in einem Sternmarsch zum Marktplatz ziehen, wo sie einen Friedensappell verkünden. Sandkühler ist derjenige, der dafür die Fäden in der Hand hält, von der Auswahl der Gebetsräume über die Sicherheit auf der Bühne bis zum anschließenden Empfang der Ehrengäste in der Dominikanerkirche. Sicherheit dürfte ein zentrales Thema werden, denn auf jeden Fall wird das deutsche Staatsoberhaupt eingeladen – wenn heute auch noch nicht feststeht, wer dann Bundespräsident sein wird. Die christlichen Vertreter werden sich im Dom zum Gebet treffen, alle Gläubigen können daran teilnehmen. Auch an der Abschlusszeremonie – mit einem bunten Programm und mit Musik.

bpo/pe

 

Stichwort: Gemeinschaft Sant' Egidio

Die im Mai 1968 in Rom entstandene katholische Bewegung Sant' Egidio ist nach ihrem Hauptsitz, dem ehemaligen Kloster Sant' Egidio im römischen Stadtteil Trastevere benannt. Sant' Egidio widmet sich der karitativen Arbeit, der Diplomatie in Bürgerkriegsgebieten sowie dem Dialog der Religionen. Papst Johannes Paul II. hatte 1986 erstmals Religionsführer aus aller Welt zu einem Treffen in Assisi zusammengerufen. Seither veranstaltet die Gemeinschaft jährlich internationale Folgetreffen an wechselnden Orten. 1986 wurde die ökumenisch stark engagierte Gemeinschaft von der katholischen Kirche als Laienvereinigung anerkannt. Sie hat nach eigenen Angaben rund 60.000 Mitglieder in 70 Ländern, davon 5.000 in Deutschland. Ein besonderer Schwerpunkt des Engagements der Vereinigung liegt in der internationalen Ächtung der Todesstrafe und in einem Anti-Aids-Programm in Afrika. Ihr Gründer, der italische Historiker Andrea Riccardi, wurde für seinen Einsatz für Frieden 2009 mit dem Aachener Karlspreis ausgezeichnet.

bpo