07.02.2012

„Exerzitien im Alltag" in der Fastenzeit

Neuen Geschmack am Leben finden

Der Alltag ist oft hektisch, viele Menschen wollen gelegentlich zur Ruhe kommen, sich besinnen und beten (lernen). Deshalb laden die Bremer Kirchen wieder zu vorösterlichen Exerzitien ein – unter dem Motto „Entdecken, was uns trägt“.

Schwester Judith Terheyden hat schon viele „Exerzitien im Alltag“ begleitet. Erstaunt beobachtet sie, dass ausgerechnet in der Großstadt dieses geistliche Angebot boomt. Vielleicht, weil es gerade dort ein Bedürfnis nach Stille gibt? Manche Teilnehmer – und das beeindruckt die Thuiner Franziskanerin – hüten die Gebetsanregungen wie Schätze, bewahren sie in Klarsichtfolien und besonders schönen Ordnern auf. „Ich habe noch niemanden erlebt, der von vertaner Zeit gesprochen hat“, sagt Schwester Judith. Nur einmal habe ein Mann die Exerzitien abgebrochen, dies aber sehr bedauert. „Er hat es einfach nicht geschafft, still zu werden.“

Besinnen, schweigen, beten, innehalten – darum geht es

Exerzitien stehen für „exercitia spiritualia“ – übersetzt: „geistliche Übungen“. In der Fastenzeit laden die katholischen und evangelischen Gemeinden Bremens wieder ein, sich täglich etwa eine halbe Stunde Zeit zu nehmen – und das vier Wochen lang unter dem Motto „Entdecken, was uns trägt“. Einmal wöchentlich kommen die Teilnehmer zusammen, um sich auszutauschen. Die geistlichen Übungen sollen anregen, im täglichen Leben die Gegenwart Gottes und sein Wirken zu entdecken. Besinnen, schweigen, beten, innehalten – darum geht es.
 

Schwester Judith Terheyden
Fotos: Kerstin Thompson

„In unseren Kursen sind ab 20 Jahren alle Altersgruppen vertreten“, sagt Schwester Judith. Eine bunte Mischung. Viele jüngere Männer sind interessiert, ebenso Menschen unterschiedlicher Religionen, manche gehören keiner Kirche an. Einige besuchen den Kurs zum ersten Mal, andere kommen öfter, manche regelmäßig. Aber alle, sagt Schwester Judith, seien auf der Suche: „nach Zeiten der Stille, nach der Öffnung des Herzens“. In den Exerzitien gehe es darum, bei sich zu bleiben. Seele, Geist und Körper bildeten dabei eine Einheit.

In sich zu gehen, sei für viele Teilnehmer anfangs gar nicht so einfach. „Wir werden von der Hektik oft aufgefressen, jagen von einem Termin zum anderen“, sagt Schwester Judith. Viele hätten das große Bedürfnis, einfach mal auf ihr Inneres zu hören, dem Leben nachzuspüren und dabei sich selbst und Gott zu begegnen. Wer sich darauf einlasse, könne daraus Kraft schöpfen und neuen Geschmack am Leben finden. (kt)

 

Wo finden Exerzitien statt?

Katholische Pfarrei St. Katharina von Siena
mit Pfarrer Hartwig Brockmeyer
Einführung: 22. Februar, 20.45 Uhr
Begleitabende: jeweils mittwochs, 20 Uhr
Wo: Gemeindehaus St. Georg, Ledaweg 2A
Anmeldung: Telefon 0421/214592

AtriumKirche und Propstei St. Johann (Gruppe 1)
mit Elli Schmieg, Schwester Judith Terheyden und Thomas Kroll
Einführung: 22. Februar, 19.30 Uhr
Begleitabende: jeweils mittwochs, 19.30 Uhr (29. Februar, 7. und 14. März)
Abschlussabend: 21. März
Wo: AtriumKirche, Hohe Str. 7

AtriumKirche und Propstei St. Johann (Gruppe 2)
mit Propst Martin Schomaker und Elli Schmieg
Einführung: 24. Februar, 10 bis 11.30 Uhr
Begleittreffen: jeweils freitags, 10 Uhr (2., 9. und 16. März)
Abschlusstreffen: 23. März, 10 Uhr
Wo: AtriumKirche
Weitere Infos und Anmeldung: Telefon 04 21/3 69 43 00

Katholische Pfarrei St. Raphael
mit Gertrudis Harlander und Elli Schmieg
Einführung: 5. März, 19.30 Uhr
Begleitabende: jeweils montags, 19.30 Uhr (12., 19., 26. März)
Abschlussabend: 2. April, 19.30 Uhr
Wo: Gemeindehaus St. Godehard, Godehardstraße 25
Weitere Infos und Anmeldung: Telefon 04 21/45 19 38

Katholische Pfarrei St. Franziskus
mit Schwester Judith Terheyden
Einführung: 23. Februar, 19.30 Uhr
Begleitabende: jeweils donnerstags, 19.30 Uhr (1., 8. und 15. März)
Abschlussabend mit Gottesdienst: 22. März, 19.30 Uhr
Wo: St. Pius, Willakedamm 6
Weitere Infos und Anmeldung: Telefon 04 21/58 16 78