27.07.2016

Lübecker Märtyrer waren „Zeugen in einer schwierigen Zeit"

Nuntius hält Heiligsprechung für möglich

Der Apostolische Nuntius in Deutschland, Erzbischof Nikola Eterović, hat der Hoffnung auf eine baldige Heiligsprechung der Lübecker Märtyrer neue Nahrung gegeben.

 

Nuntius Nikola Eterović (r.) besuchte die Lübecker Gedenkstätte. Neben ihm stehen Jochen Proske und Propst Franz Mecklenfeld. Foto: Marco Heinen

Er glaube, Papst Franziskus habe ein Interesse daran, „den Prozess der Heiligsprechung zu machen in der Zeit seines Pontifikats“, sagte der gebürtige Kroate während eines Besuchs der Lübecker Propsteikirche Herz Jesu und der Märtyrer-Gedenkstätte, wo er einen Gottesdienst feierte.

Die drei katholischen Kapläne Johannes Prassek, Hermann Lange und Eduard Müller sowie der evangelische Pastor Karl Friedrich Stellbrink, die am 10. November 1943 von den Nazis hingerichtet worden waren, seien „Zeugen in einer schwierigen Zeit“ gewesen, in einer Zeit der Dunkelheit in Deutschland und Europa. „Gott hat uns geschenkt das Licht durch diese vier Gottesmänner“, sagte der Nuntius. Er forderte die Christen auf, dafür zu beten, dass Gott ein Wunder durch die Fürsprache der Lübecker Märtyrer geschehen lasse. Ein solches Wunder sei für den Prozess der Heiligsprechung unabdingbar, damit „die geistliche Energie auch ein Zeugnis vom Himmel hat“, dass man auf „dem guten rechten Weg“ sei, so Eterović. 

Der Nuntius sprach mit Blick auf das gemeinsame Wirken der Geistlichen von einem „ökumenischen Zeugnis“, das auch in der Gegenwart besonders wichtig sei. Papst Benedikt XVI. hatte die drei katholischen Kapläne am 25. Juni 2011 selig gesprochen; des evangelischen Pastors wird seitdem ehrend gedacht.

Die drei Priester stammten aus dem damals noch größeren Biastum Osnabrück und wurden im Osnabrücker Dom geweiht, deshalb wird ihre Erinnerung auch hier in vielen Gemeinden lebendig gehalten. Nach der Errichtung des Erzbistums Hamburg war die Seligsprechung dort vorberietet worden. (hix/kb)