16.07.2012

4. August

Pfarrer von Ars

Johannes Maria Vianney, französischer Name: Jean-Marie (Baptiste), Pfarrer von Ars

Geschichte: Jean-Marie Vianney wurde 1786 in Dardilly nahe Lyon als Bauernkind geboren. Er erlebte eine liebevolle und durch religiösen Eifer geprägte Kindheit. Aber auch die Französische Revolution beeinflusste seine Jugend: Die erste Beichte legte er nicht in der Dorfkirche ab, sondern in seinem Elternhaus. Seine Erstkommunion empfing er von einem Untergrundpriester in einem Heuschuppen während einer heimlichen Messe.

Jean-Marie war nicht sonderlich intelligent und hatte entsprechend Schwierigkeiten, Priester zu werden. Ab 1805 besuchte er die Pfarrschule von Ecully mit sehr bescheidenen Lernerfolgen. Erst nach einer Pilgerfahrt zum Grab von Johannes Franz Regis in Lalouvesc im Sommer 1806 machte er kleine Fortschritte. Inmitten der „Trostlosigkeit des Lernens“ wurde ihm die Firmung zum Trost; als Firmpatron erwählte er sich Johannes den Täufer und nannte sich von da an „Jean-Marie Baptiste Vianney“.

1812 trat er ins Priesterseminar ein, von wo er ohne erfolgreichen Abschluss 1815 entlassen wurde, da er zu wenig Latein verstand und seine Studienleistungen unzureichend waren. Nach einer speziellen Prüfung durch den Generalvikar wurde er dann doch noch zur Priesterweihe zugelassen, weil er immerhin „fromm sei, den Rosenkranz beten könne und die Gottesmutter verehre“. Die Weihe erfolgte 1815 in Grenoble.

Jean-Marie Baptiste Vianney wurde dem Pfarrer von Ecully als Kaplan zugewiesen, der führte ihn in das geistliche Leben ein. Nach dessen Tod vier Jahre später kam er nach Ars-sur-Formans: eine entchristlichte und gleichgültige Gemeinde. Die ersten Jahre lebte er sehr einsam und allein, verbrachte viele Stunden im Gebet, fastete, schloss sich nachts in der Kirche ein, verkroch sich in die Beichtstühle.

Schließlich gelang es Jean-Marie Baptiste Vianney dann aber doch, bei den Menschen in Ars-sur-Formans den Glauben zu neuem Leben zu erwecken. 1825 gründete er in Ars eine Mädchenschule, 1827 wurde ihr ein Pensionat für obdachlose Mädchen angeschlossen. Seit 1832 gab es auch eine Knabenschule in Ars. Immer mehr Menschen fühlten sich von dem Geistlichen angezogen. Leidenschaftlich, mit großer Geduld, übergroßem Eifer und langmütiger Güte wirkte er in seiner Gemeinde. Die Gabe der Krankenheilung und Prophezeiung brachte ihm Anerkennung, bald Bewunderung ein. Aus ganz Frankreich pilgerten schließlich Menschen zu ihm, zogen sogar mit ihren Familien nach Ars. Tag und Nacht saß der asketische Jean-Marie Baptiste im Beichtstuhl.

Je bekannter er wurde, desto stärker wurden aber auch Gerüchte und Verdächtigungen. Des Nachts quälten ihn satanische Kräfte, Poltergeister und Visionen. Aus Überlastung versuchte er mehrmals, aus Ars-sur-Formans Ort zu flüchten, aber es gelang ihm nicht.

In Anerkennung seines Wirkens wurde Jean-Marie Baptiste schließlich zum Ehrendomherrn ernannt, 1855 zum Ritter der Ehrenlegion in Frankreich. Er starb an Entkräftung und innerer Auszehrung.

Über der alten Pfarrkirche von Ars-sur-Formans wurde ihm zu Ehren eine Basilika erbaut, in der nun Jean-Baptistes Gebeine ruhen und auch seine Kanzel und sein Beichtstuhl aufbewahrt werden. Rund 450 000 Pilger kommen jedes Jahr zu Besuch, vor allem Senioren und Gruppenreisende. Eine unterirdische Kirche mit 2300 Plätzen aus den 60-er Jahren bietet Raum zu Gebet und Gottesdienstfeier.

Herkunft der Namen: Johannes: „Gott ist gnädig“ (hebräisch); Baptiste: „der Täufer“ (griechisch)