19.09.2017

St.-Matthiasstift wird weiter ausgebaut

Pflegeoase für Wietmarschen

Das Pflegezentrum St. Matthiasstift in Wietmarschen wird weiter ausgebaut. Im Dachgeschoss soll eine „Pflegeoase“ eingerichtet werden – für besonders schwer an Demenz erkrankte Menschen.

Neues Projekt in Wietmarschen: Darüber freuen sich (v.l.) Alfons Eling, Paul Germer, Manfred Wellen, Ludger Wübben und Pfarrer Gerhard Voßhage. 

 

Rund drei Jahre nach der Schließung des früheren Altenpflegeheimes ist längst neues Leben in das St.-Matthiasstift eingekehrt. Nach Umbau und Sanierung wird dort seit April 2016 mit einem neuem Konzept gearbeitet: eigenständiges Wohnen in Wohngemeinschaften mit ambulanter Pflege und Betreuung. Bereits seit September 2016 herrscht Vollbelegung, aktuell befinden sich 33 Bewerberinnen und Bewerber auf der Warteliste.

Die Betreibergesellschaft mit  Alfons Eling als ehrenamtlichem Geschäftsführer plant nun mit einem weiteren Bauabschnitt die Vergrößerung des Angebots: Eine komplett neue Wohngemeinschaft mit zehn Einheiten für Demenzerkrankte wird geschaffen, bestehende Wohngemeinschaften werden erweitert.

Ein ganz besonderes Element soll im Dachgeschoss des Herrenhauses entstehen: eine „Pflegeoase“ mit sieben Plätzen. Hinter dem Begriff verbirgt sich der Ansatz, besonders schwer an Demenz erkrankte Menschen aus der Isolation zu holen und ihnen die Teilnahme an der Gemeinschaft zu ermöglichen. Die Bewohner leben zusammen in einem großen Raum mit geschützten Privatbereichen, auch die Pflegekraft hat dort ihren Arbeitsplatz und ist stets präsent. Nach Kenntnis des St. Matthiasstifts sind Modelle dieser Art in Nordwestdeutschland noch sehr rar: „Wir sind wohl erste die Einrichtung in Niedersachsen.“

Die Freude über die Wiederbelebung und Erweiterung des Matthiasstiftes ist bei allen Beteiligten groß: „Es ist schön zu sehen, wie viele Menschen das Projekt unterstützen – ob mit Manneskraft oder finanziell“, sagt Aufsichtsratsvorsitzender Paul Germer. Bürgermeister Manfred Wellen begrüßt es sehr, dass das Angebot mitten im Dorf bestehen bleibt und innovativ weiterentwickelt wird. Auch Pfarrer und Dechant Gerhard Voßhage lobt das Matthiasstift sehr.

Nach derzeitigem Planungsstand liegen die Baukosten bei 1,54 Millionen Euro. Die vom Stephanswerk Osnabrück betreuten Arbeiten sollen im kommenden Januar beginnen und gut ein halbes Jahr später im Spätsommer 2018 abgeschlossen sein. Alfons Eling ist optimistisch: „Wir wollen das Matthiasstift weiter in eine gute Zukunft führen.“

Sebastian Hamel

Die Altenpflegeeinrichtung St.-Matthias-Stift war 2014 aus wirtschaftlichen Gründen geschlossen und unter neuer Führung 2016 wieder eröffnet worden. Info: www.st-matthiasstift-wietmarschen.de