13.07.2017

Erlebnisraum Kirche

Ruhepunkt auf der Nordseeinsel

Im Sommer verwandelt sich die katholische Kirche St. Ludgerus auf Norderney für sechs Wochen in einen Erlebnisraum. Einheimische und Urlauber auf der Insel können dort Ruhe finden und auftanken.

Für sechs Wochen wird St. Ludgerus auf Norderney für Besucher zum besonderen Erlebnisraum. | Foto: Dirk Kähler

Norderney hat Hochsaison. Jedes Jahr kommen über 500 000 Gäste auf die Nordseeinsel. Viele Menschen in vielen Bereichen sorgen dafür, dass die Urlauber sich wohlfühlen. Auch die katholische Gemeinde mit den zwei Kirchen St. Ludgerus und Stella Maris heißen die Gäste in ihren Räumen stets herzlich willkommen.

Das soll ab dem 16. Juli noch mal neu und ganz anders passieren, denn die Innenstadtkirche St. Ludgerus verwandelt sich für sechs Wochen in einen besonderen Erlebnisraum. „Ruhepunkt Norderney“ heißt dieses Projekt, das Diakon Markus Fuhrmann mit den Gremien organisiert hat.

Ruhe ist dabei das zentrale Thema – für Touristen und Insulaner gleichermaßen. In der umgestalteten Kirche können sie zum Beispiel auf bequemen Liegen oder Meditationskissen entspannen und die Gedanken wandern lassen – können die Lichtinstallationen, die Bildprojektionen, die Soundkulisse genießen. Bei der Inszenierung des Kirchenraumes legte das Team viel Wert auf eine hohe Ästhetik und holte deshalb Profis aus Köln mit ins Boot.  

Doch bei den Umbauten allein soll es nicht bleiben. Fuhrmann ist wichtig, dass die Besucher erfahren, was „wir als Kirche zum Thema Ruhe zu sagen und zu bieten haben – von unserer christlichen Botschaft her“. Deshalb gibt es Gesprächspartner in St. Ludgerus, deshalb gibt es zum Beispiel Tipps für die eigene stille Gebetszeit, deshalb gibt es ein Büchlein mit spirituellen und kreativen Impulsen für „Ruhepunkte“ auf der Insel und später zu Hause.  Denn das Projekt soll nachwirken, hofft der Diakon.

Außerdem sind Urlauber und Insulaner dreimal in der Woche zu einem Abendgebet um 19 Uhr und sonntags zu einer „stillen Nacht“ um 22 Uhr eingeladen: mit Bibeltexten und Musik, mit Schweigezeit und Segen. Das Projekt kostet etwa 50 000 Euro. Zuschüsse dafür gibt es von der Initiative „Andere Zeiten“, vom Bistum Osnabrück, dem Bonifatiuswerk und dem Diözesancaritasverband. Das Thema Ruhe wird die Norderneyer Gemeinde das Jahr über begleiten. Auch nach Ende des Sommerprojekts soll es weitere Angebote geben.

Petra Diek-Münchow

Der „Ruhepunkt“ wird am 16. Juli in St. Ludgerus auf Norderney, Friedrichstraße, Am Denkmal, eröffnet (bis 25. August). Info: www.ruhepunkt-norderney.de