27.03.2013

Ruth Schmitz macht Urlauberseelsorge

Sie wollte gern nach Ostfriesland

 

Die Osterfeiertage sind für die Tourismusseelsorge in Ostfriesland ein wichtiges Datum. Dann startet das neue Programm. Ruth Schmitz hat diese Angebote für den Urlaub zum ersten Mal mitorganisiert.

Tourismusseelsorge im Team: Elke Sieksmeyer (l.) und Ruth Schmitz machen Angebote in und für Ostfriesland. Foto: Petra Diek-Münchow

Seit Ende 2012 ist Schmitz neue Referentin für die Urlauberseelsorge in Ostfriesland. Ihr Büro hat die 35-Jährige in Esens. Mit ihrer Kollegin Elke Sieksmeyer in Norden stellt sie ein reichhaltiges Programm für Urlauber und Einheimische auf – für das Festland und die Nordseeinseln. Dazu gehören Gesprächsabende und Andachten genauso wie Konzerte, Ausstellungen, Kabaretts oder spirituelle Pilgerwege.

Knapp 200 Veranstaltungen kommen in dieser Saison zusammen, zum Teil in Kooperation mit der Katholischen Erwachsenenbildung, der evangelischen Kirche und der Kurverwaltung. Wie viel Arbeit das im Vorfeld macht, hat die aus Melle stammende Ruth Schmitz schnell gemerkt. „Da hängt wirklich sehr viel dran“, sagt die Pastoralreferentin: von der frühen Planung über das erste Plakat bis zum persönlichen Gruß für jeden Gast und dem letzten Glas Mineralwasser für den Referenten.

Der Bereich ist neu für die 35-Jährige. Nach dem Theologiestudium an der Philosophisch-Theologischen Hochschule in Münster hat Schmitz zuerst in der Meppener Pfarreiengemeinschaft Esterfeld-Rühle-Fullen/Versen gearbeitet, war zuletzt in Wallenhorst-Hollage-Rulle tätig. Außerdem zählte sie zum Team der Diözesanstelle Berufe der Kirche. Berufsbegleitend macht sie derzeit ein Lizenziatsstudium – nicht, um später vielleicht an einer katholischen Hochschule zu lehren. Sondern aus Interesse an der wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit theologischen Inhalten.

Mit Spannung in die "erste Saison"

Nach Ostfriesland zu wechseln, dort ein anderes pastorales Feld zu beackern – da hat sie gern zugesagt. „Ich wollte in diese Region, auch weil mich die Diasporasituation gereizt hat.“ Mit einer Mischung aus Spannung und Respekt blickt sie „meiner ersten Saison“ entgegen. Was ihr schon aufgefallen ist? „Wie stark die Ökumene hier ist“, sagt Ruth Schmitz spontan und ist sich mit ihrer Kollegin einig, dass Tourismuspastoral nur in enger Zusammenarbeit mit den anderen Konfessionen funktionieren kann – und im Alltag gut funktioniert.

Viele Chancen stecken in diesem Bereich. Wie Elke Sieksmeyer glaubt Ruth Schmitz, dass die freie Zeit in den Ferien viele Menschen ermutigt, sich (wieder) auf kirchliche Angebote einzulassen: vielleicht nach längerer Zeit einen Gottesdienste zu besuchen, mit Seelsorgern zu diskutieren, einen Vortrag über religiöse Themen zu hören. „Bildung, ‚die Seele baumeln lassen’, Spiritualität – das suchen Menschen im Urlaub“, sagt Sieksmeyer. 

Für sie ist Gastfreundschaft dabei ein wichtiges Stichwort: Gastfreundschaft in den Gemeinden, in offenen Kirchen und offenen Begegnungen. Genau darüber spricht auch der neue Arbeitskreis Tourismuspastoral in der Dekanatspastoralkonferenz. „Wir wollen schauen, wo Tourismus im Dekanat stattfindet und wie Kirche präsent sein kann“, sagt Sieksmeyer.

Termine:

Zum Auftakt der Saison gibt es am Ostersonntag, 31. März, um 17 Uhr ein Osterkonzert in der katholischen Kirche in Norden, Osterstraße 20, mit dem Trio Concertini. Am 1. April spielt um 20 Uhr die Kammerphilharmonie Köln in St. Peter auf Spiekeroog, am 3. April beginnt dort um 20.30 Uhr ein Singen zur Nacht. Ebenfalls am 3. April gibt es ab 15 Uhr einen Rundgang durch die vier Innenstadtkirchen von Norden, Treffpunkt Ludgerikirche. Um 10 Uhr startet am 4. April der Langeooger Pilgerweg ab St. Nikolaus. 

Weitere Infos: www.kirche-an-der-küste.de

 

Petra Diek-Münchow