22.08.2012

Exerzitienhaus plant Partnerschaft mit Simbabwe

Von Afrika nach Ahmsen

Das Exerzitienhaus in Ahmsen geht eine Partnerschaft mit einem Exerzitienhaus im afrikanischen Harare ein. Die Leiterin Chipo Chagweda ist deswegen für drei Wochen zu Gast im Emsland.

 

Da liegt Simbabwe: Chipo Chagweda (r.) zeigt der Leiterin des Ahmsener Exerzitienhauses, Johanna Merkt, wo ihre Heimat in Afrika liegt. Foto: Petra Diek-Münchow

Die Idee zu dem Austausch hatte Generalvikar Theo Paul. Und Johanna Merkt, die das Exerzitienhaus in Ahmsen leitet, griff den Vorschlag gern auf. Bald kam es zu Kontakten mit einer Einrichtung der Jesuiten in Harare, der Hauptstadt von Simbabwe. Deren Leiterin Chipo Chagweda gehört wie Merkt der Gemeinschaft Christlichen Lebens an. „Das Profil unserer Häuser passt gut zusammen, wir haben eine ähnliche Spiritualität“, sagt Johanna Merkt. Wie das Ahmsener Team bietet Chagweda mit ihren Mitarbeitern Exerzitien und Glaubenskurse an – in Harare besonders für junge Menschen. „Come and see“ – Kommt und seht: Diesen Satz aus dem Johannesevangelium gibt die Simbabwerin dabei als Leitmotiv an.

Worum geht es bei der Partnerschaft? „Wir wollen voneinander lernen“, sagt Merkt. Zum Beispiel, wie Deutsche oder Afrikaner von ihrem Glauben sprechen und ihn zeigen. Bei uns fällt das vielen Menschen schwer. Johanna Merkt hört deshalb interessiert zu, wenn Chagweda von anderen Erfahrungen berichtet: ein Tischgebet in einem Restaurant zu sprechen, das ist für sie normal. „Wir machen das einfach“, sagt sie lächelnd. Und wie schafft es das Team in Harare, so viele junge Leute anzusprechen? Da weiß die Afrikanerin eine ebenso einfache wie überzeugende Antwort:  „Wir hören ihnen zu und zeigen ihnen eine Richtung für ihr Leben.“

Aber auch Chagweda will lernen. Drei Wochen bleibt sie deshalb in Ahmsen, macht dort Exerzitien und Kurse mit, erzählt Ahmsenern bei einem kleinen Fest der Begegnung von ihrer Heimat. Was hat sie bisher schon überrascht? „Die Stille“, sagt sie und berichtet, wie beeindruckt sie von den Schweigeexerzitien war. Und vom Pilgern rund um Ahmsen: fünf Stunden stummer Fußweg, Leibübungen, Eucharistie. „Das nehme ich mit nach Hause.“ Johanna Merkt ist ganz gespannt, was sie in Harare erleben wird, denn im Frühjahr ist ein Gegenbesuch geplant.

 

 

Hintergrund

Das Exerzitienhaus Ahmsen wird vom Bistum getragen und von Johanna Merkt, die der Gemeinschaft Christlichen Lebens (GCL) angehört, geleitet. Die GCL orientiert sich an den Lehren des Ignatius von Loyola. Ihre Mitglieder wollen sich bewusst auf den Glauben einlassen und ihn im Alltag verwirklichen. Mehr Infos: www.exerzitienhaus-ahmsen.de
Petra Diek-Münchow