11.08.2015

Museum der Strohverarbeitung in Twistringen

Von Strohhüten und „Malotten"

Wie werden Strohhüte geflochten? Das erfährt man im Strohmuseum
in Twistringen. Foto: privat

Was es zu sehen gibt:
Stroh, Hüte, Trinkhalme, Malotten, Docken und Matten – über diese Themen informieren Dauerausstellungen. Und da geht es richtig ins Detail. Zum Beispiel wurden in Twistringen seit 1876 auch Strohhülsen zum Verpacken von Flaschen für den Versand hergestellt. In der Twistringer Mundart wurde aus dem französischen „enveloppe“ (Hülle) die „Malotte“. Das Museum hat außerdem ein neues Sammlungsobjekt: eine Strohfiedel. Dabei handelt es sich um ein wenig bekanntes und sehr seltenes Instrument, das spielbereit restauriert worden ist.
 
Warum es sich lohnt:
Für alle, die kein Stroh im Kopf haben, sondern mehr über diese vielseitigen Halme wissen wollen, ist das Strohmuseum eine Schatzkiste. 300 Jahre Strohverarbeitung haben Twistringen lange Zeit geprägt. Die Strohverarbeitung begann um 1700 mit der Herstellung von Strohgeflechten aus Sommerroggen, um daraus Strohhüte zu nähen. 1820 gab es in Twistringen 800 bis 1000 Strohflechter. Rund 50 Hektar Ackerland waren erforderlich, um ihren Bedarf an Stroh zu decken. Um 1845 waren im Twistringer Raum 40 selbstständige Strohhutmacher tätig. Um 1900 waren es nur noch vier Betriebe und seit dem Ende der 20er Jahre nur noch eine Hutfabrik, die 2004 als letzte geschlossen wurde.

Öffnungszeiten:
samstags von 14 bis 17.30 Uhr (März bis November, sonntags von 14 bis 17.30 Uhr (April bis September, Gruppenreservierungen ganzjährig auch für Werktage.

Kosten:
Erwachsene 2 Euro, Schüler/Studenten 1 Euro, Kinder/Jugendliche unter 16 Jahren frei. Eintritt und Führung für Besuchergruppen: pro Person 4 Euro, Preise für Bewirtung auf Anfrage.

Wie man dorthin kommt:
Den Anfahrtsweg zum Museum, Kapellenweg 2, finden Sie im Internet unter www.strohmuseum.de

Ausflugstipps in der Nähe:
Historisches, Lehrreiches und Spannendes zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit dem Bus kann man bei einer Gästeführung in Twistringen erleben. Kontakt unter Telefon 0 42 43/41 31 06.
Stärken kann man sich auf dem Spargelhof Thiermann, etwa 33 Kilometer vom Strohmuseum entfernt. Die Hofgastronomie bietet von April bis September Spargel, typisch norddeutsche Desserts, Erdbeerkuchen, Matjes mit frischen Bohnen, Heidelbeeren und deftigen Kartoffelvariationen. Kontakt: www.thiermannspargel.de