19.01.2017

In Nordhorn werden im Reformationsjahr besondere Postkarten verschickt

Was verbindet uns Christen?

Ein Knoten, eine Brücke, ein Bild mit vielen Farben – schöne Symbole dafür, wie sich etwas gut zusammenfügt. Und darum geht es bei einer Postkartenaktion, die in diesen Wochen in Nordhorn läuft: „Was verbindet Christen?“

 

Sie machen mit: Auch Pastoralreferentin Katharina Engelen und ihr Kollege Gerd Wieners wollen die Postkarte zum Jahr des Reformationsgedenkens ausfüllen. Foto: Petra Diek-Münchow

Welches Bild nehme ich? Gerd Wieners greift zu den drei großen Postkarten, die vor ihm auf dem Tisch liegen. Die Motive sind alle schön. Eine lange Brücke, die in den Sonnenuntergang führt. Rote und gelbe Farben, die sich zu einem bunten Mosaik mischen. Zwei dicke Taue, die gut verknotet etwas festhalten. Wieners hofft, dass viele Nordhorner sich von den Fotos inspirieren lassen. Und deshalb gern die aufgedruckte Frage beantworten: Was verbindet uns Christen?

Die Idee stammt aus dem Haus der Passantenpastoral in Nordhorn, dem „Kirchenschiff“ an der Burgstraße 10. Gerd Wieners und seine Kollegin Katharina Engelen haben die Postkartenaktion gerade gestartet. 600 Stück davon liegen an vielen Orten in der Stadt aus: in katholischen und evangelischen Kirchen, in Gemeindehäusern, in der Familienbildungsstätte, im Kloster Frenswegen. Und natürlich können Interessierte sich selbst ein Exemplar im „Kirchenschiff“ abholen, direkt gegenüber der St.-Augustinus-Kirche.

Mit dieser Aktion will das „Kirchenschiff“-Team einen Gedankenanstoß zum Jahr des Reformationsgedenkens liefern.  „Wir wollen dabei nicht das Trennende in den Vordergrund rücken, sondern das Verbindende“, sagt Wieners. Denn seiner Meinung nach sind an vielen Orten längst frühere Konfessionsgrenzen aktuellen Konfessionsverbindungen gewichen. Begeistert erzählt der Gemeindereferent zum Beispiel von dem geschwisterlichen Miteinander, das seit vielen Jahren die Arbeit im Nordhorner Stadtteil Brandlecht prägt: mit Passionsandachten und Bibelwochen, mit Gemeindefesten und einer Fronleichnamsprozession, die auch vor der reformierten Kirche eine Station hat. „Der Zusammenhalt funktioniert, die Ökumene hat in Nordhorn einen hohen Stellenwert.“
 

 

Er wünscht sich, dass durch die Postkartenaktion und die dazu laufende Veranstaltungsreihe (siehe auch „Termine“) Mitgliedern verschiedener Konfessionen ins Gespräch kommen: „Immer mit dem Vorzeichen, dass der andere auch Recht haben könnte“, sagt Wieners lächelnd.

Wer bei der Aktion mitmachen will, kann eine Antwort auf die Postkarte schreiben, bis 23. Februar im „Kirchenschiff“ wieder abgeben oder zurückschicken. Es muss kein langer theologischer Aufsatz sein – Wieners und Engelen hoffen mehr auf ganz praktische, ganz lebensnahe Beispiele. Die ersten Antworten lagen schon im Postkasten. Sie sprechen von Christus, von der Taufe, von dem Heiligen Geist, von der gemeinsamen Verantwortung für die Schöpfung. Und von der Hoffnung: „Wenn wir in seinem Geist verbunden sind, gibt es keine Trennung, die nicht überwunden werden kann.“

Petra Diek-Münchow

 

 

Zur Sache

Am Donnerstag, 26. Januar, findet um 19 Uhr im Nordhorner „Kirchenschiff“ an der Burgstraße 10 ein Gesprächsabend zum Thema Reformationsgedenken statt. Stephanie van de Loo zieht einige Linien von der Reformationszeit bis heute und will an Beispielen die Veränderungen im Denken und Handeln der Kirchen deutlich machen. Danach gibt es ein „Erzählcafé“. Die Teilnehmer können dabei über ganz persönliche Erfahrungen mit der jeweils anderen Konfessionen sprechen.

Am 23. Februar gibt es um 19 im „Kirchenschiff“ einen weiteren Abend, bei dem die Gäste in konfessionell gemischten Gesprächsrunden die Aussagen der Postkartenaktion betrachten und diskutieren.