13.07.2012

Fünf Jahre Caritas-Gemeinschaftsstiftung

Wie ein Langstreckenlauf

70 Projekte wurden unterstützt mit insgesamt 390 000 Euro aus Zinserträgen und Spenden – das ist die Zwischenbilanz der Caritas-Gemeinschaftsstiftung Osnabrück, die ihr fünfjähriges Bestehen feierte. Den Geburtstag beging die Caritas mit einem Festvortrag, einer Gesprächsrunde und einem Benefizkonzert. Das Resümee von Caritasdirektor Franz Loth: „Stiften macht Sinn und Stiften gibt auch Sinn.“

 

Sie engagieren sich und wissen deshalb wovon sie reden (von links): Moderator Ludger Abeln sprach mit Martin Kind, Weihbischof Theodor Kettmann, Franz Loth und Fritz Brickwedde über das Thema Stiftungen.

 

Neben Loth setzte sich die von Ludger Abeln moderierte Talkrunde aus Martin Kind (Vorsitzender der Robert-Enke-Stiftung und Präsident von Hannover 96), Weihbischof Theodor Kettmann (Vorsitzender des Stiftungsrates der Gemeinschaftsstiftung) sowie Fritz Brickwedde zusammen. Der Generalsekretär der Deutschen Bundesstiftung Umwelt leitete das Gespräch mit seinem Festvortrag ein. Der Titel: „Hilfe, Herz und Hoffnung: Stiften – die nachhaltigste und persönlichste Form privaten Engagements“. Der Trend sei eindeutig, sagte der Referent: „Die Zahl der Stiftungen steigt: 2011 kamen bundesweit 817 hinzu. Ende vergangenen Jahres waren es insgesamt 18 946.

Seit fünf Jahren gibt es die Caritas-Gemeinschaftsstiftung. Sie stellt Mittel für soziale Projekte bereit und würdigt ehrenamtliches Engagement. Innerhalb von fünf Jahren konnte das Kapital von 250 000 auf 1,4 Millionen Euro aufgestockt werden. „Stiftungen sind kein Sprint sondern ein Langstreckenlauf“, sagte Loth. Abeln ging mit seinen Gesprächspartnern der Frage auf den Grund, warum Stiften als besondere Art von Engagement sinnvoll ist – gerade, wenn man wie Martin Kind als erfolgreicher Unternehmer und Vereinspräsident stark beansprucht ist. „Ich glaube nicht nur, dass Menschen, denen es gut geht, eine besondere Verantwortung haben. Sie haben auch eine Vorbildfunktion, die in die Gesellschaft wirken kann“, sagte der Vorsitzende der Robert-Enke-Stiftung. Die Stiftungsarbeit sorgt – gerade im Fall der Caritas – für „Erdung“, unterstrich Brickwedde: „Wir kümmern uns um Menschen, die am Rande stehen.“

Schon mit geringen Summen etwas bewirken

Die Feier diente zudem einem kleinen Ausblick. Loth verriet, dass die Caritas-Gemeinschaftsstiftung Osnabrück künftig stärker mit der Wirtschaft zusammenarbeiten wolle. Weihbischof Kettmann betonte, Stiftungen sollten nicht die Aufgaben des Staates übernehmen. Er verwies auf die zahlreichen Lebensmittel-Tafeln, die notwendig geworden sind, um benachteiligte Menschen zu versorgen: „Da stimmt etwas nicht“, kritisierte der Weihbischof. Deutlich wurde außerdem: So gerne Stiftungen die Spende großer Vermögen sehen – auch im kleineren Rahmen ist Unterstützung willkommen. Eine Möglichkeit sind unselbständige Stiftungen unter dem Dach bestehender Einrichtungen. Der sogenannte Zustifter kann den Zweck selbst festlegen und schon mit geringeren Summen etwas bewirken.

Im Anschluss an die Veranstaltung gingen viele Teilnehmer in den Dom. Dort gab der Osnabrücker Jugendchor vor etwa 250 Gästen ein Benefizkonzert. Mit dem Auftritt unterstützten die Sänger den Stiftungsfonds „Kindern Zukunft geben“. Zuvor gab Brickwedde den Besuchern noch einen besonderen Grund mit auf den Weg, warum Spenden sinnvoll ist: Stifter leben länger.