03.12.2014

Niels-Stensen-Akademie mit zwei Wissenschaftlern

Wie geht Wohlstand ohne Wachstum?

Um die Herausforderungen in einer Zeit nach ständigem Wachstum geht es bei der nach Niels Stensen benannten Akademie in Osnabrück. Zwei Wissenschaftler gehen am 10. Dezember der Frage nach, ob es auch ohne Wachstum Wohlstand geben kann.

Weiter wirtschaften wie bisher, immer in Richtung einer Zunahme an Wirtschaftsleistung, Kaufkraft, Konsum, Wachstum? Der Oldenburger Volkswirtschaftler Niko Paech stemmt sich gegen das Dogma vom steten Wachstum. Seine Alternative ist die Postwachstumsökonomie, die nicht auf die Zunahme des Bruttoinlandsprodukts setzt, gleichwohl aber ökonomisch, ökologisch und sozial verantwortete Versorgungsstrukturen bereithält. „Durch den Abwurf von Wohlstandsballast können wir uns auf das Wesentliche konzentrieren, statt im Hamsterrad der käuflichen Selbstverwirklichung zusehends Schwindelanfälle zu bekommen“, sagt er.

Johannes Wallacher, Präsident der Hochschule für Philosophie in München, ist als Wirtschafts­ethiker und Sozialwissenschaftler davon überzeugt, „dass Wirtschaft, Markt und technologischer Fortschritt kein Selbstzweck sind, sondern instrumentellen Charakter haben“. Für ihn muss alles Wirtschaften daraufhin angelegt sein, auf lokaler und globaler Ebene Wohlstand, Entwicklung und Armutsbekämpfung zu fördern.

Die Veranstaltung am Mittwoch, 10. Dezember, beginnt um 17 Uhr in der Aula der Universität (Schloss) mit Impulsreferaten der beiden Wissenschaftler, eine Podiumsdiskussion schließt sich an. Die Moderation hat Michael Reitemeyer, Direktor des Ludwig-Windthorst-Hauses in Lingen.

Zur jährlichen Niels-Stensen-Akademie laden der Bischof und die Hochschulgemeinde ein. Beide wollen auf diese Weise den Dialog zwischen Kirche und Wissenschaft fördern. Die Akademie dauert zwei Stunden, endet mit einem kleinen Empfang und ist offen für alle Interessierten.