02.12.2015

Anfrage

Wie kann ich einen Ablass gewinnen?

Rund um das „Jahr der Barmherzigkeit“ hört man immer wieder davon, einen Ablass zu gewinnen. "Wie geht das überhaupt?", fragten mehrere Leser die Redaktion. 

Die Möglichkeiten, wie man einen Ablass gewinnen kann, gehen zurück auf die Konstitution „Indulgentiarum doctrina“ von Papst Paul VI. und eine im Anschluss verfasste genaue Liste (Es gilt die Fassung von 1999). Zu diesen Möglichkeiten kommen besondere Ablässe.

Für alle Ablässe gelten drei Vorbedingungen: Sakramentale Beichte, eucharistische Kommunion und „Gebet nach der Meinung des Heiligen Vaters“ sowie darüber hinaus „das Freisein von jeder Anhänglichkeit an irgendeine, auch lässliche Sünde“ (Nr. 4). Es ist vorteilhaft, jedoch nicht notwendig, dass Beichte, Kommunion und Gebet am selben Tag vorgenommen werden, an dem auch das Ablasswerk vollbracht wird (Nr. 5). Das Gebet „nach Meinung des Heiligen Vaters“ bleibt der Wahl des Gläubigen überlassen, es empfiehlt sich jedoch ein „Vaterunser“ und ein „Gegrüßet seist du, Maria“. Zum Erwerb mehrerer vollkommener Ablässe reicht eine Beichte aus; es wird jedoch für jeden Ablass ein Kommunionempfang und ein Gebet verlangt.

Wer so innerlich bereitet ist, kann eine von über 30 geistlichen Übungen („Ablasswerke“) vollbringen. Dazu gehört etwa: eine halbe Stunde eucharistische Anbetung oder geistliche Schriftlesung, Gebet des Kreuzwegs, Besuch einer Kirche am Allerseelentag mit Gebet von Credo und Vaterunser, aber auch die „fromme Beteiligung am Rosenkranzgebet mit dem Heiligen Vater über Fernsehen oder Radio“ oder der „fromme Empfang des Päpstlichen Segens „Urbi et Orbi“ (auch über Fernsehen oder Radio)“.

Den Ablass zu gewinnen, ist ein innerer Akt, der nicht mit Stempel und Unterschrift bestätigt werden muss. Er kann täglich gewonnen werden, und in der Sterbestunde „gewährt die Kirche jedem Gläubigen, der in seinem Leben regelmäßig gebetet hat, einen vollkommenen Ablass“ (Nr. 12).

Zu besonderen Gelegenheiten gewährt der Papst besondere Ablässe. Dies ist etwa im „Heiligen Jahr der Barmherzigkeit“ das Durchschreiten einer „Heiligen Pforte“, die in Rom und anderswo errichtet wird, etwa Bischofskirchen. Die aktuelle Liste der Ablasswerke findet sich hier.

Von Susanne Haverkamp