08.02.2013

Diskussion zu Einkauf und Nachhaltigkeit

Wie regional können Lebensmittel sein?

Welche Rolle spielt die regionale Vermarktung von Lebensmitteln? Wie sehr können Verbraucher die Nachhaltigkeit in der Produktion beeinflussen? Wie können Menschen für den Erhalt der Umwelt sensibilisiert werden? Diesen Fragen widmete sich eine Diskussionsveranstaltung in der Katholischen LandvolkHochschule (KLVHS) Oesede.

 

Ingrid Großmann, Peter Klösener, Verena Exner, Tobias Hartkemeyer, Eva Fels, Andreas Brinker und Sven Bohne diskutierten über die Nachhaltigkeit im regionalen Einkauf. Foto: KLVHS Oesede

Die KLVHS Oesede widmet sich seit über einem Jahr regionalen Lebensmittel- und Energiekreisläufen. In den verschiedenen Seminaren wurde ein „Trialog“ zwischen Erzeugern, Handel und Verbrauchern durchgeführt. "Ziel des Projektes ist es, alle Gruppen, die an den Lebensmittel- und Energiekreisläufen beteiligt sind, miteinander ins Gespräch zu bringen und sie für einen besseren Umweltschutz zu sensibilisieren", sagt Projektkoordinator Peter Klösener. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) fördert das Vorhaben.

Verena Exner, Referatsleiterin Umweltkommunikation in der mittelständischen Wirtschaft der DBU, machte deutlich, dass nachhaltiges Wirtschaften und nachhaltiger Konsum immer durch Bildung und Qualifizierung unterstützt werden müsse. Genau das werde aktuell im Projekt Trialog der KLVHS in Oesede gemacht.

Landwirte treffen auf Unternehmer

In der Diskussionsrunde trafen junge Landwirte, Sven Bohne von Rewe-Foodservice und Eva Fels, Leiterin der KLVHS-Küche, aufeinander. „Auch bei 25.000 Kunden und einer Milliarde Umsatz spielt der regionale Handel mit Lebensmitteln für uns eine Rolle“, machte Sven Bohne deutlich. Allerdings werde bei einem bundesweit aufgestellten Unternehmen wie Rewe-Foodservice der Begriff „regional“ durchaus anders verstanden. Hier gehe es nicht um die Kartoffeln vom Bauern nebenan, sondern es werde in größeren Räumen gedacht. „Was wir anbieten, bestimmt letztlich der Kunde“, sagt Bohne. Das Bewusstsein der Verbraucher habe sich hin zu mehr Nachhaltigkeit geändert und darauf stelle man sich auch ein.

Ganz konkret stellte Eva Fels als Küchenleiterin der KLVHS Oesede vor, was man unter regionalen Produkten verstehe. Viele der Lebensmittel, die den Gästen angeboten würden, kämen auch wirklich aus der unmittelbaren Umgebung. Saisonales Gemüse, Kartoffeln oder Eier beziehe man direkt von Erzeugern im Osnabrücker Land. „Unsere Gäste wünschen frische Produkte, die aus der Umgebung kommen“, macht Fels deutlich. Allerdings gebe es dabei auch Grenzen: Eine ganze Woche Kohl anzubieten, weil er gerade Saison habe, stoße dann doch nicht auf Verständnis.

Auf dem Hof Pente vor den Toren Osnabrücks können Verbraucher selbst zu Erzeugern werden. Für einen monatlichen Beitrag werden die Mitglieder der Hofgemeinschaft mit den dort produzierten Lebensmitteln versorgt und haben die Möglichkeit, selbst mit anzupacken. Projektleiter Tobias Hartkemeyer, der dieses Vorhaben vorstellte, betonte, dass es den Beteiligten Spaß mache, zu wissen, für wen sie arbeiten. 

 

kb