13.09.2011

Wie wird Weihrauch richtig eingesetzt?

Bei der Beweihräucherung während des Gottesdienstes besteht Unklarheit. Bei uns wird der Priester zweimal und das Volk einmal beweihräuchert. In anderen Gemeinden ist das doch anders. Wie ist es denn richtig?
Gerda Hampe, 31195 Lamspringe-Söhrberga

 

Die Opfergaben für das Messopfer, das Altarkreuz, das Evangeliar, die Osterkerze, der Priester und das Volk, also die Gottesdienstgemeinde, werden mit je drei Doppelzügen des Weihrauchfasses beweihräuchert (inzensiert). So sieht es die Grundordnung des Römischen Messbuchs vor (Nr. 227).
Vor und nach dem Inzensieren wird eine tiefe Verneigung gemacht vor der Person oder dem Gegenstand, der inzensiert wird, nicht aber vor dem Altar und den Gaben für das Messopfer. Allein Reliquien und Bilder von Heiligen, die zur öffentlichen Verehrung ausgestellt sind, werden mit zwei Doppelzügen inzensiert, aber auch nur zu Beginn eines Gottesdienstes.
Weitere unterschiedliche Zahlenangaben und Weisen, wie das Weihrauchfass zu schwenken sei, stammen noch aus dem sogenannten „tridentinischen“, jetzt „außerordentlichen Ritus“. Heute ist die Verwendung von Weihrauch der pastoralen Situation überlassen; er kann in einem Gottesdienst auch nur das ein oder andere Mal gebraucht werden. So sieht es jedenfalls der ordentliche Ritus vor, der seit 1970 verwendet wird.
Die Beweihräucherung oder die Inzens drückt Verehrung und Gebet aus. Dazu heißt es in der Grundordnung des Messbuchs: „Weihrauch kann nach Belieben bei jeder Form der Messfeier verwendet werden:
a) während der Einzugsprozession;
b) am Anfang der Messe zum Inzensieren des Kreuzes und des Altars;
c) zur Prozession vor und zur Verkündigung des Evangeliums;
d) wenn das Brot und der Kelch auf dem Altar niedergestellt sind, um die Opfergaben, das Kreuz, den Altar sowie den Priester und das Volk zu inzensieren;
e) beim Erheben der
Hostie und des Kelches nach der Konsekration.“
Veronika Wawatschek